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Zins oder der Wert für das Geld

Was bedeutet der Zins eigentlich?

Das System des Kapitalismus fußt in erster Linie auf einem Begriff - dem Zins. Der Zins kommt mit vielen Vokabeln daher - von den Leitzinsen über den Eckzinssatz, über den Zinssatz generell und überall steckt der Zins als Begriff drinnen, denn das ist die Grundlage des Wirtschaftens und sowohl beim Kredit als auch bei jeder Sparform spielt dieser Begriff eine Hauptrolle.

Was ist der Zins wirklich?

Bank Zinsen GrundlagenIm einleitenden Text über die Zinsen haben wir bereits besprochen, dass der Zins der Preis für das Geld ist. Das heißt, je attraktiver der Geldbetrag ist, desto höher ist der Preis, den man bereit ist, für das Geld zu zahlen. Das stimmt so alleine aber nicht, denn es sind die Rahmenbedingungen, die dafür sorgen, ob es ein höheres oder ein geringeres Zinsniveau gibt. Und das hat nicht nur mit den Leitzinsen zu tun, es sind auch politische Entscheidungen, die eine Rolle spielen, vor allem aber das gute alte Angebot und Nachfrage-System.

Denn je mehr Geld auf den Markt gebracht wird, desto weniger ist es im Sinne des Nachfragers wert und deshalb sinkt auch der Preis ergo der Zins. Wenn eine Verknappung des Geldes vorliegt, ist das Geld attraktiver und somit steigt der Preis ergo der Zins. Wenn also die Zentralbank den Markt mit Geld flutet, wie dies Fed und EZB am Höhepunkt der Weltfinanzkrise und auch in den Jahren danach noch betrieben haben, dann sinkt natürlich der Preis.

In dem Fall haben die Zentralbanken sogar beides gemacht - sie haben den Finanzmarkt mit Geld geflutet und gleichzeitig den Leitzins reduziert, um die Investitionen anzutreiben. Damit wurden Kredite sehr billig, aber als Sparer hatte man in Wirklichkeit einen Realverlust auf Basis des normalen Sparbuchs.

Wie wird der Wert eigentlich angegeben?
Die Höhe des Zins wird mit dem Zinssatz in Prozent angeführt, das heißt, wenn 2,5 % Zins angegeben sind, dann ist der Zinssatz genau so hoch, es ist also nichts anders wie die allgemein gültige Form, die Höhe des Zins zu präsentieren. Sinkt der Zins um 0,5 %, dann sinkt auch der Zinssatz, weil der nur die Auspreisung darstellt, vergleichbar mit dem Preisschild im Supermarkt.

Der Zins repräsentiert damit den Wert des Geldes aufgrund der Rahmenbedingungen. Aber der Zins selbst ist auch das Werkzeug schlechthin, was den Kapitalismus betrifft. Warum?

Zins und Zinseszinsen

Kein Zins
Der Normalfall ohne Zinsen wäre, dass man EUR 1.000,-- unter dem Kopfpolster liegen hat und wenn man das Geld braucht, sind es immer noch EUR 1.000,-- - nicht mehr und nicht weniger. Es stimmt natürlich nicht ganz, denn wenn es eine Inflationsrate von zwei Prozent gibt, ist das Geld in Wirklichkeit jetzt weniger als diese tausend Euro wert, weil man um die zwei Prozent weniger einkaufen kann. Aber rein vom Wert des Geldes her hat sich nichts geändert.

Zins
Wenn man nun aber das zweite Szenario darüberlegt, trägt man das Geld zur Bank und erhält Zinsen dafür, dass man das Geld der Bank zur Verfügung stellt und sie damit arbeiten kann - etwa im Rahmen einer Kreditvergabe. Durch den Zins erhöht sich im Normalfall der Betrag im Laufe der Zeit, aber es kann auch blöd laufen und der Zins liegt bei 0 % und dann könnte man das Geld gleich unter dem Kopfpolster belassen.

Wenn aber eine normale Wirtschaftssituation vorherrscht, dann hat man vielleicht zwei Prozent Zins und das gleicht die Inflationsrate aus, man hat also keinen Kaufkraftverlust. In früheren Jahren gab es selbst ohne Bindung bei Sparbüchern einen höheren Eckzinssatz und das war ein gutes Geschäft für den Bankkunden und deshalb hat man das Geld auch zur Bank gebracht, die ihrerseits mehr Geld zum Arbeiten zur Verfügung hatte.

Zinseszins
Der Kapitalismus lebt aber vor allem vom Zinseszins. Dabei wird Geld, das man nicht wieder abhebt, nicht nur verzinst, sondern dieser Gesamtbetrag nochmals verzinst. Das heißt, dass die EUR 1.000,-- plus Zinsen einen neuen Gesamtbetrag ergeben, der im Laufe der Zeit nochmals verzinst wird. Je länger das Geld am Sparbuch bleibt, umso höher wird der Betrag, obwohl man nichts dazu beiträgt - ein gesundes Zinsniveau natürlich vorausgesetzt.

Es gibt Beispiele theoretischer Natur, wonach aus einem Goldstück zu Christi Geburt ohne Zinsen ein Goldstück geworden wäre, das in der Gegenwart behoben werden könnte. Mit Zins und Zinseszins hätte man hingegen nach den über 2.000 Jahren einen Goldbarren in der Größe der gesamten Erde zur Verfügung. Und dieser Unterschied ist schon enorm. Es liegt nicht daran, dass das eine Goldstück mehr wert ist als das andere, sondern daran, dass die Zeit samt der doppelten Verzinsen für einen arbeitet. Natürlich kann man nicht 2.000 Jahre warten, um so einen Reichtum sein eigen zu nennen, aber das System der Verzinsung wird zum Thema. Denn wenn man viel Geld zur Verfügung hat, kann man das Geld wirklich arbeiten lassen und hat einen riesigen Vorteil gegenüber jenen, die kein Geld zur Verfügung haben. Die können arbeiten bis zum Umfallen, sie kommen nicht auf den Ertrag, den man mit einem soliden Startkapital erreichen kann.

Daher wird der Kapitalismus ergo das Zinseszins-Verfahren heftig kritisiert, weil es die Reichen noch reicher macht, die Armen hingegen immer ärmer. Löhne und Gehälter gehen nach unten, die Zinserträge nach oben. Ohne Zinseszins wäre dieser große Unterschied nicht mglich.

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