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Börsencrash oder Börsenkrach

Kurse gehen auf breiter Basis nach unten

Die Börse ist zu einem zentralen Werkzeug des Wirtschaftssystems geworden und entsprechend groß ist auch das Interesse an den Ereignissen rund um die diversen Kurse. Und so erklärt sich auch die Vielfalt an Begriffen, die zum Teil gleiche Situationen umschreiben, aber zum Teil sich auch unterscheiden. Eine solche Gruppe ist Baisse, Bärenmarkt und Börsencrash oder Börsenkrach. Während mit Baisse eine langfristige Absenkung der Kursniveaus umschrieben wird, ist der Bärenmarkt eine Umschreibung für kurzfristig fallende Werte, wobei diese auch langfristig unten bleiben könnten, aber nicht müssen. Der Börsencrash ist wiederum eine Umschreibung aktueller Fakten.

Börsencrash oder Börsenkrach

Beide Begriffe meinen das gleiche und umschreiben eine Situation an einer Börse, bei der die Kurse deutlich verlieren und zwar auf breiter Basis. Es ist nicht nur eine Aktie oder ein Investmentfonds betroffen, auch nicht eine Branche, sondern quer durch alle Bereiche verlieren die Aktien und andere Werte deutlich. Abzulesen ist dies am Aktienindex, der durchaus um zehn Prozent binnen eines Handelstages verlieren kann, was natürlich auch zu Reaktionen an anderen Börsen führen könnte.

Der Grund ist dabei nicht umschrieben, denn von der Panik der Anlegerinnen und Anlegern bis zu einer echten Krise, von politischen Ereignissen wie einem Terroranschlag bis zu schwierigen Wirtschaftsbedingungen reichen die Varianten, wieso die Kurse so stark fallen. Gerade in einer Situation, die schwer auszurechnen ist, ist der Börsencrash eine Option, weil manche verkaufen und die anderen dies nachahmen. Plötzlich gibt es einen großen Verkauf bei vielen Werten und das hat natürlich Folgen für die gesamte Börse.

Es kann daher verschiedene Auslöser geben, warum eine Börse auf breiter Basis nachgibt und es gibt auch Situationen, die einfach nicht nachvollziehbar sind. Entsprechend verschieden sind auch die Reaktionen in der Folgezeit.

Börsencrash und weltweite Reaktion

Man kann den Begriff lokal oder international betrachten. Lokal bedeutet, dass zum Beispiel die Börse in Tokio oder Shanghai deutlich nach unten geht, international fallen die Börsen weltweit stark. Wobei das eine in das andere greifen kann. Wenn in Asien die Kurse stark fallen, sind die Anlegerinnen und Anleger nervös und informiert. Sobald in Europa die Börsen öffnen, kann man eine Reaktion ablesen und auch hier fallen die Kurse, was sich wiederum auf die amerikanischen Börsen auswirkt, die danach öffnen. So kommt es zu einem Domino-Effekt, der weltweit starke Verluste zur Folge hat.

Aber der Börsencrash als Begriff umschreibt den Absturz, nicht aber die Gesamtlage. Es kann gut sein, dass sich am nächsten Handelstag die Lage beruhigt hat und dann gehen die Kurse wieder nach oben, möglicherweise sogar bis zu jenem Niveau, das vor dem Absturz gegeben war.

Es kann aber auch sein, dass nach dem Börsencrash eine sehr schwache Handelsphase eingeleitet wird und damit waren die Abstürze der Werte wie Aktien und Fonds nur der Beginn und Auslöser einer längeren Krise.

Ursachen des Börsencrash

Was könnte nun konkret der Grund sein, warum auf breiter Basis die Kurse nachgeben? Ein Faktor sind die Rahmenbedingungen. Wenn man längst hat erkennen können, dass eine Wirtschaftskrise Platz greift, das reicht schon das erste Anzeichen von Kursschwäche und die Anlegerinnen und Anleger verkaufen im großen Stile. Damit sinken natürlich die Kurse und es kommt zu weiteren Reaktionen.

Es kann auch sein, dass etwas passiert ist wie etwa ein Terroranschlag, ein Flugzeugunglück, ein Vulkanausbruch oder eine politische Krise. Es war nicht absehbar, dass solche Ereignisse passieren würden und entsprechend heftig fallen die Reaktionen auch aus, vor allem bei Leute, die kurzfristig denke und entsprechend handeln.

Und dann gibt es auch einen Börsencrash, bei dem keiner weiß, was da eigentlich passiert ist. Es ist gerade im asiatischen Raum schon mehrfach vorgekommen, dass die Börse in Shanghai etwa um 10 Prozent nach unten gerauscht ist, ohne dass es einen Anlassfall gab. In dem Fall ist die Überraschung noch größer, wobei meist eine unsichere Situation der Auslöser ist. Die Kurse hängen in der Mitte herum und es gibt keinen Trend, ob die Werte steigen oder fallen und wenn es dann einen Impuls gibt wie etwa den großen Verkauf eines Anlegers, dann kann es sein, dass eine Eigendynamik entsteht, weil viele dies als Trend zum negativen Verlauf erkennen wollen - was ja letztlich auch passiert, wenn groß verkauft wird. Allerdings wird so eine Situation oftmals am nächsten Tag schon wieder korrigiert und die Kurse sind bald wieder dort, wo sie schon waren.

Börsencrash Beispiel Februar 2020: Corona-Virus

Ein praktisches Beispiel, wie schnell sich eine Situation an der Börse verändern kann, erlebte man in den letzten Tagen des Februar 2020. In China war ein neuer Virus ausgebrochen - der Corona-Virus, der von Mensch zu Mensch schnell übertragen werden kann. Binnen Tagen starben in China mehrere tausend Menschen und in 40 Ländern waren erste Fälle gemeldet worden. Durch die Vernetzung der Welt mit vielen Flugreisen war die Übertragung entsprechend oft möglich.

Die Sorge wegen Reisen, Touristen oder generell der eigenen Gesundheit ließ binnen kürzester Zeit die Börsen nach unten krachen. Der Ölpreis verlor mehr als 10 US-Dollar pro Fass, der DAX an der Frankfurter Börse stürzte von 13.800 auf 11.800 Punkte ab - binnen von Tagen.

Das Beispiel zeigt, wie leicht eine normale Handelssituation durch neue Ängste fern jeglichen Krieges zu einer schwierigen Situation werden kann, bei der große Veränderungen stattfinden können. Zwar wußte zum Zeitpunkt des Ausbruchs und den Tagen danach niemand, ob sich das Ganze in zwei Monaten schon wieder erledigt hat, aber die Sorge um die Weltwirtschaft war sehr groß und entsprechend heftig auch die Reaktion bei den einzelnen Kursen.

Artikel-Infos

Börse Börsenkurs BörsencrashArtikel-Thema:
Börsencrash oder Börsenkrach
letztes Datum:
28. 02. 2020

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