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Going Private einer Aktiengesellschaft

Sich von der Börse verabschieden

Unternehmen werden von den Börsen eingeladen, sich in Aktiengesellschaften umzuwandeln und an der Börse zu notieren, um mehr Eigenmittel aufbauen zu können. Die Börsen selbst sind daran interessiert, weil ihr Volumen ansteigt und damit auch die Attraktivität des Handelsplatzes, die Regierungen sind daran interessiert, weil der Finanzmarkt gestärkt wird.

Es gibt aber neben der Notierung neuer Unternehmen an der Börse als Einstieg auch den umgekehrten Weg. In dem Fall ist eine Aktiengesellschaft an der Börse notiert, steigt aber aus dem Börsenhandel aus und bietet keine Aktien mehr an. Diesen Schritt bezeichnet man "Going Private".

Umsetzung von Going Private

Der Ausstieg aus der Börse kann unterschiedliche Gründe haben und auch verschieden umgesetzt werden. Eine Aktiengesellschaft muss nicht zwangsläufig an der Börse notiert sein. Je nach Land gibt es auch verschiedene Regelungen, sodass die Anteile nicht in jedem Fall an der Börse gehandelt werden müssen. Meist ist es aber eine Aktiengesellschaft, die sich in eine andere Unternehmensform umwandelt. In diesem Fall ist der Rückkauf der erste Schritt für den Ausstieg.

Voraussetzung ist also der Rückkauf des Kapitals, sodass es kein Außenkapital durch Aktionäre mehr gibt. Dann wird der Schritt gesetzt, die Börse zu verlassen, wodurch das Schaffen neuen Kapitals auf Basis von Aktienverkäufen nicht mehr möglich ist, dafür hat man eine bessere Kontrolle über das Unternehmen und unterliegt nicht den Schwankungen der Kurslisten. Diese Überlegung ist einer der Hauptgründe, warum Unternehmen die Börse wieder verlassen.

"Going Private" stellt somit das Abwenden von der Börse dar, oftmals im Zusammenhang mit einem Besitzwechsel im Unternehmen, manchmal auch aus strategischen Gründen, weil sich das Unternehmen neu orientieren will und der Aktienhandel weniger günstig eingeschätzt wird oder weil man mit der Börse und der Entwicklung negative Erfahrungen gemacht hatte. Häufig werden auch die Erwartungen schlichtweg nicht erfüllt und man hat die Strategie anders ausgerichtet. Es kann auch sein, dass die Börse selbst mit dem notierten Unternehmen nicht einverstanden ist, weil die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen nicht mehr erfüllt werden.

Börse, Zocken und Unternehmen

An sich ist die Börse für die Wirtschaft eine wichtige Säule, aber in der Zwischenzeit wurde die Börse auch ein Stück weit die neue Form vom Casino. Man kauft und verkauft nach Kursanstieg sofort wieder, um den Gewinn einzustreichen. Damit weiß das Unternehmen nie wirklich sicher, wie hoch der Kurs normalerweise wäre und wie viel Geld zur Verfügung steht. Das ist für eine AG durchaus normal, wurde aber in den letzten Jahren richtig extrem, da durch das Internet und diverse Softwarelösungen noch mehr Menschen an dem Spiel teilnehmen.

Für manche Unternehmen ist diese Zockerei um kleinste Gewinne einfach nervig und haben daher beschlossen, ihre finanziellen Mittel auf andere Weise an Land ziehen zu wollen. Erfolglosigkeit kann natürlich auch ein Grund sein, warum man die Börse wieder verlässt.

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In Sachen Aktiengesellschaft gibt es einige weitere wichtige Begriffe. Die Hauptversammlung ist eine besonders wichtige Funktion im Unternehmen und dabei kann es auch um eine Kapitalerhöhung oder um einen Aktiensplit gehen. Ein ganz anderer Weg ist der Ausstieg aus der Börse, der als Going Private bezeichnet wird. Damit verlässt man die Rolle als Anbieter von Wertpapieren am Aktienmarkt.

Weitere Begriffe rund um die Aktien sind etwa mit dem Vorkaufsrecht bei Aktien gegeben sowie mit den Small Caps.

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Going Private einer AGArtikel-Thema: Going Private einer Aktiengesellschaft
Beschreibung: Mit dem Börsenbegriff vom "Going Private" wird umschrieben, dass sich eine Aktiengesellschaft aus der Börse zurückzieht und der Aktienhandel damit beendet wird.

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