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Aktienhandel Gratisaktie

Gratisaktie: Aktienkurs künstlich drücken

Der Begriff der Gratisaktie klingt nach einem Marketingtrick oder nach einem Schnäppchen, aber tatsächlich handelt es sich dabei um eine manipulative Handlung, die von Unternehmen eingesetzt wird, deren Aktienkurs sehr hoch gestiegen war. Und für die bisherigen Aktionäre ist die Gratisaktie wirklich gratis, wobei das nicht das Ziel, sondern eine Nebenwirkung ist. In Wirklichkeit geht es um eine sehr wichtige Überlegung für den Handel der ausgegebenen Aktien selbst.

Was ist die Gratisaktie und warum gibt man sie aus?

Für Unternehmen also Aktiengesellschaften an der Börse wird es manchmal zum Problem, wenn der Kurs der Aktie sehr hoch gestiegen ist. Zwar ist es erfreulich, dass die Aktie so hoch klettern konnte, aber das Problem ist dabei, dass für Einsteiger der Preis zu teuer wird. Sie erwerben lieber andere Aktien, bei denen sie für das gleiche Geld mehr Anteile erhalten können als dass sie nur zwei oder drei Aktien bekommen.

Man kommt dann leicht in die Falle der schweren Aktie. Als schwere Aktie wird eine solche bezeichnet, die beim Kauf teuer ist. Warum sollte jemand eine Aktie um 50 Euro kaufen, wenn er bei einer kleineren Aktiengesellschaft oder auch bei einem Einsteiger 10 Stück um das gleiche Geld haben kann?

Um diesen hohen Kurs zu dämpfen und leichter handelbar zu machen werden neue Aktien ausgegeben. Diese Aktien werden den bereits bestehenden Aktionären für eine bestimmte Anzahl von Aktien übergeben. Tatsächlich ist diese Aktie gratis, weil der Aktionär nichts dafür zahlen muss, aber als Folge sinkt der Aktienkurs, wodurch die höhere Summe der Aktien aus Sicht des Aktionärs genau soviel Wert hat wie die vorherige Summe, weil der Wert pro Aktie aufgrund der höheren Summe an Wertpapieren sinkt.

Beispiel mit Gratisaktien

Zum Beispiel würde ein Aktionär, der vier Aktien einer Aktiengesellschaft besitzt, eine fünfte Aktie als Gratisaktie erhalten. Durch die neuen Aktien verteilt sich der Wert aber auf mehr Aktien und der Aktionär bleibt beim gleichen Gesamtwert und damit Anteil am Unternehmen, obwohl er eine Aktie mehr besitzt, aber die fünf Aktien werden kaum mehr Wert besitzen, als die vier, die er vor der Ausgabe schon besessen hatte.

Angenommen, jemand hat 5.000 Aktien, je jeweils 50 Euro wert sind. Dann hat er eine Summe von 250.000 Euro als Anteil an der Aktiengesellschaft. Angenommen, dieser Anteil ist 1/100 des gesamten Unternehmens, dann ergibt das 250.000 x 100 = 25 Mio. Euro. Gibt nun die AG neue Aktien aus, dann verteilt sich die Gesamtsumme auf mehr Aktien, das heißt, die einzelne Aktie ist weniger wert als vorher, obwohl der Aktionär selbst nun mehr Aktien besitzt. Es kann unterm Strich sein, dass er etwas mehr als die bisherigen 250.000 Euro an Gesamteinlage aufweist, aber es kann auch sein, dass es ziemlich genau der gleiche Betrag ist, den er ohnehin schon besessen hatte.

Warum das Ganze dann?

Für das an der Börse notierte Unternehmen macht die Aktion absolut Sinn, weil sie den Kurs reduzieren kann und interessierte Käuferinnen und Käufer eher zum Kauf animiert werden können, da der Einzelwert pro Aktie nicht mehr so hoch ist. Es ist dies eine manipulative Aktion, um am Markt wieder interessanter zu werden und neue Anlegerinnen und Anleger zu finden.

Der Hintergedanke ist, dass man beim Börsenhandel wieder mehr ausgewählt wird und für mehr Dynamik sorgt. Außerdem kann man auf diese Art und Weise leichter frisches Geld in das Unternehmen bringen. Die Entscheidung mit den Gratisaktien wird häufig dann getroffen, wenn die am Markt angebotenen Aktien kaum Käufer finden, weil man zu teuer geworden ist. Durch neue Aktien und den Gratisaktien für die bestehenden Teilhaber könnte die Chance sich verbessern, dass man noch mehr Aktien verkaufen kann.

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Börse Aktien GratisaktieArtikel-Thema:
Aktienhandel Gratisaktie
letztes Datum:
18. 07. 2019

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