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Börse Kapitalmarkt

Mittel- und langfristige Kapitalbeschaffung

Der Kapitalmarkt wird in den Finanznachrichten gerne angesprochen und ist ein wichtiges Kapital in der nationalen Wirtschaft, doch der Begriff kann verschieden definiert und vor allem verstanden werden. Auch in den Artikeln rund um den Kapitalmarkt nimmt man es mit der Abgrenzung nicht immer so genau und so werden Informationen rund um den Kapitalmarkt auch gerne etwas widersprüchlich zum Lesen angeboten.

Definition Kapitalmarkt - was ist der Kapitalmarkt wirklich?

Eigentlich ist der Überbegriff der Finanzmarkt, der alle Geldgeschäfte zusammenfasst. Dieser teilt sich in den Geldmarkt, den Kreditmarkt und den Kapitalmarkt. Einlagengeschäfte wie das Sparbuch fallen in den Geldmarkt, der Kredit für das Auto ist eine Sache des Kreditmarktes und der Kapitalmarkt ist die Definition für mittel- und langfristige Kapitalbeschaffungen für Unternehmen, aber auch Haushalte, wobei die Grundlage die Dauer eines Jahres ist.

Das heißt, dass der Kapitalmarkt vom Kreditmarkt getrennt zu sehen ist. Im Kapitalmarkt werden Aktien, Investmentfonds und Anleihen sowie andere Titel gehandelt und der Markt regelt sich über Angebot und Nachfrage. Gerne wird der Kredit auch mit dem Kapitalmarkt in Zusammenhang gesehen, das ist aber nicht ganz korrekt und so kommt es zu einer widersprüchlichen Darstellung, wenn man der volkswirtschaftlichen Definition folgt.

Bedeutung des Kapitalmarktes

Der Kapitalmarkt als Größe ist relevant für die Wirtschaft im eigenen Land und auch für die Frage, wie die Menschen mit Kapital umgehen. Sie können ihr Geld auf das Sparbuch legen oder in Aktien investieren und auf ein Land zusammengefasst lässt sich das Verhalten auch sehr gut und leicht vergleichen. Die Kapitalisierung liegt zum Beispiel in Relation zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Österreich weit unter den Werten anderer Nationen, wobei in den USA läuft die meiste Kapitalisierung über die Börse. In Österreich nimmt man eher einen Kredit auf, als dass man das Geld über die Börse organisieren will.

Zwar steigt der Anteil an Aktien an der Wiener Börse auch und die Zahl der Kredite geht leicht zurück, doch etwa zwei Drittel der Unternehmensfinanzierungen erfolgen in Österreich weiterhin über langfristige Kredite durch die Bank und weniger durch eine Kapitalbeschaffung am Kapitalmarkt. Dessen Wert beträgt weniger als ein Fünftel.

Solche Vergleiche sind gute Argumente, um die Börse zu stärken und den Kapitalmarkt zu forcieren, zeigen aber auf der anderen Seite auch die Reserviertheit gegenüber Aktien, Investmentfonds und anderer Finanztitel. Angesichts der globalen Finanzkrise ist die Vorsicht vielleicht gar kein so schlechter Ratgeber.

Neben der Kapitalbeschaffung für Unternehmen ist auch das Anlegen ein Thema des Kapitalmarktes als andere Seite der Medaille. Während in vielen Ländern der Kauf von Aktien ganz normal ist, ist man in anderen Ländern sehr vorsichtig. Österreich gehört zum Fall zwei, denn geschätzte fünf Prozent besitzen Aktien.

Eine weitere Kennzahl ist die Zahl der börsennotierten Unternehmen und ihres Wertes. Weltweit gibt es über 40.000 Unternehmen, die an irgendeiner Börse notiert sind und sich über Aktien Geld beschaffen. Der Kuchen der Wiener Börse ist dabei sehr klein, denn keine 100 Unternehmen sind an der Wiener Börse notiert.

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Börse KapitalmarktArtikel-Thema:
Börse Kapitalmarkt
letztes Datum:
29. 06. 2019

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