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Kaufoption oder Call

Absicherung gegen teurere Preise

Die Option ist eine Möglichkeit des Börsenhandels, sich gegen Preissteigerungen abzusichern. Sie ist damit nicht so böse wie ihr Ruf, der durch eine übertriebene Spekulation entstanden war. Doch die Funktion von Derivate allgemein und der Option im Besonderen ist eine wirtschaftlich durchaus sinnvolle. Für viele Unternehmen spielt dabei die Kaufoption eine Rolle, die man auch englisch call nennt.

Wie funktioniert Call / die Kaufoption?

Börse Derivate Call-OptionDabei braucht es zwei Handelspartner, wobei Unternehmen A zum Beispiel einen Rohstoff braucht und Unternehmen B kann ihn liefern. Aber man braucht den Rohstoff erst in einem halben Jahr. Angenommen, es handelt sich dabei um Rohöl, dann könnte die Kaufoption so aussehen, dass A zusichert, eine bestimmte Menge an Barrel Rohöl zum Preis von 70 US-Dollar zu kaufen. B sichert zu, dass das Rohöl zur Verfügung stehen wird und erhält für die Zusicherung eine Gebühr, die man Stillhalterprämie nennt. Diese ist bei dem Geschäft wichtig, weil es sonst kaum zu Optionen kommen würde.

Fall 1: Kurs fällt
Nehmen wir weiters an, dass der Kurs zum Zeitpunkt der Optionseröffnung bei 60 US-Dollar lag und durch die wirtschaftliche Situation sinkt der Kurs bis zum Zeitpunkt des Abschlusses auf 55 US-Dollar. Bei einem anderen Geschäft müsste A nun um 70 US-Dollar und damit um 15 US-Dollar teurer kaufen, aber bei der Option kann er zurücktreten. Das heißt, dass er seine Zusicherung nicht einhält. Für den Verkäufer B spielt das nicht die große Rolle, denn er hat zumindest die Stillhalterprämie erhalten und geht nicht völlig leer aus. Als Verkäufer bei einer Option ist dieser Vorgang durchaus üblich und Teil der Spekulation.

Fall 2: Kurs steigt
Im zweiten Szenario stellen wir uns vor, dass der Kurs auf 80 US-Dollar pro Barrel gestiegen ist. In dem Fall nutzt A die Option und kauft das Rohöl um 10 US-Dollar günstiger ein, als er es am Markt jetzt müsste. Er hat mit der Option sich gegen den teureren Preis geschützt, während B am Markt das teurere Rohöl kaufen und günstiger verkaufen muss. Die Stillhalterprämie kassiert er aber ohnehin.

Erkenntnisse zur Kaufoption

Mit der Option kann man sich vor teureren Preisen absichern, wenn man weiß, dass man zum Termin X das Gut Y in der Größe Z brauchen wird. Denn was man nicht weiß ist die Tatsache, wie sich der Preis bis dahin verhalten wird. Das Beispiel mit dem Rohöl ist durchaus wichtig, weil gerade beim Öl braucht nur irgendwo ein Krieg ausbrechen und schon verändert sich der Kurs zum Teil dramatisch.

Mit der Option kann man sich davor schützen. Ist der Kurs niedriger geblieben, braucht man die Kaufoption nicht erfüllen.

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Determinanten bei Optionen

Die Determinanten sind die Parameter oder Optionsbedingungen für das Optionsgeschäft an der Börse und umfassen das gehandelte Produkt ebenso wie den Basispreis.

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Kaufoption / Call

Die Kaufoption oder Call ist eine oft gewählte Form der Absicherung gegen höhere Preise eines Gutes zu dem Zeitpunkt, zu dem man das Gut braucht, zum Beispiel Rohstoffe.

Verkaufsoption / Put

Die Verkaufsoption put ist eine Möglichkeit, sich gegen Preise in der Zukunft abzusichern, um nicht zu günstig verkaufen zu müssen, zum Beispiel Ernteerträge und Rohstoffe.

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Was ist der Unterschied zwischen der Europäischen Option und der Amerikanischen Option und wie sieht das in der Praxis beim Handel mit den Optionen aus?

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