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Leitbörse als eine der Börsenarten

Signal für den globalen Handel

Es gibt verschiedene Börsenarten und auch regionale Börsen und es gibt Börsen, die als Leitbörsen bezeichnet werden, was sie aber nicht in den Funktionen von anderen großen Marktplätzen unterscheiden. Der Begriff signalisiert nur die globale Bedeutung des Handelns vor Ort und seine Auswirkungen für andere Handelsplätze des Kapitalmarktes.

Funktion der Leitbörse

Denn eine Leitbörse ist eine Börse, die rund um den Erdball eine Rolle spielt und hier vor allem der Aktienindex, der an der Leitbörse geführt und berechnet wird. Dieser Aktienindex repräsentiert die wichtigsten und größten Aktiengesellschaften des Landes, in dem sich die Leitbörse befindet und der Wert des Index repräsentiert damit auch gleichzeitig die Entwicklung der Wirtschaft in dem Land und wirkt sich auf andere Länder aus.

Die Leitbörse schlechthin ist die New Yorker Wall Street mit dem Dow Jones Index. Eigentlich könnte es in Japan egal sein, wenn in New York die Industrie unter Druck gerät und die Wall Street einen sinkenden Dow Jones Index meldet, aber genau das ist nicht der Fall. Sinkt der Index an der Wall Street, dann reagieren die Anlegerinnen und Anleger in Tokio meist ebenso und auch diese Börse meldet vermutlich am nächsten Handelstag sinkende Kurse.

Leitbörse und die Macht der Psychologie

LeitbörseDieser Effekt ist der Grund, warum die Börse in New York eine Leitbörse ist. Sie gibt einen Hinweis, wie es um die Wirtschaft bestellt ist und das bleibt nicht regional oder auf die USA alleine bezogen, sondern beeinflusst die anderen Börsen weltweit. Eine weitere Leitbörse ist jene von Tokio und auch jene von London sowie von Frankfurt. Der Hintergrund ist, dass durch das weltweite Börsennetz das Kapital auch global fließt und wesentlich für die Weltwirtschaft ist. Gibt es also in den USA Probleme, dann ist nicht ausgeschlossen, dass diese auch in anderen Ecken der Erde wirken können und/oder werden.

Es bedeutet aber nicht, dass das Fallen des DAX an der Frankfurter Börse automatisch ein Fallen des ATX in Wien zur Folge hat, aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Kurse auch in Wien zurückgehen, ist sehr groß. Der Effekt der Leitbörsen ist so stark, dass alleine die Meldung reicht, dass in Asien die Kurse gefallen sind, um zu wissen, wie sich der Handel in Europa abspielen wird. Und das hat Auswirkungen auch auf die Börsen in den USA und zeigt sehr deutlich die Globalisierung in der Finanzwelt.

Warum ist das eigentlich so? Weil die Psychologie eine große Rolle spielt. Wenn jemand um ein paar tausend Euro Aktien gekauft hat und sich nicht weiter darum kümmern möchte, da die Aktien für Jahre im Besitz bleiben, spielt die Leitbörse kaum eine Rolle. Handelt man aber ständig und ist auf der Jagd nach guten Erträgen, dann ist die Sorge groß, dass man Geld aktuell verlieren könnte. Also verkauft man, weil die Leitbörsen weltweit ins Minus gerutscht sind. Und die Idee haben andere Anlegerinnen und Anleger auch, sodass es fast zu einem Flächenbrand kommt.

Nicht selten rutschen die Börsen um fünf oder gar zehn Prozent ins Minus, womit man von einem Brösencrash spricht. Doch wenige Tage später sind die Werte fast wieder dort, wo sie schon waren, weil es wirtschaftlich gar keinen Grund gab, dass die Aktienkurse so stark verloren haben. Die Realwirtschaft hat gearbeitet wie gehabt, nur die Anleger haben die Nerven weggeschmissen und durch die Globalisierung und die Vernetzung von Börsen und Geld kann diese Reaktion binnen 24 Stunden weltweit erfolgen.

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