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Over-the-Counter-Handel (OTC-Handel)

Marktplatz für Derivate

Die Terminbörse gilt als der Marktplatz für die Termingeschäfte wie Optionen und Futures, aber dies ist nicht der einzige Marktplatz, der genutzt werden kann. Die Alternative heißt Over-the-Counter-Handel und wird meist als OTC-Handel abgekürzt und stellt damit eine weitere Börsenart dar, die man auch als Konkurrenz zur Terminbörse verstehen kann.

Terminbörse vs. OTC

OTC-Handel / Over-the-Counter-HandelDer Unterschied zwischen der Terminbörse und dem OTC-Handel besteht darin, dass ersterer Marktplatz den Börsenvorschriften unterliegt und der Ausfall eines Handels kaum vorstellbar ist, während beim zweiten Marktplatz die Börse ausgeschlossen ist und das Risiko, dass es zu einem Geschäft nicht kommt und man Geld verlieren kann, größer ist. Daher ist das Risiko, das der Kontrakt nicht erfüllt wird, beim OTC-Handel zu beachten, auch wenn es üblicherweise ein kleines Risiko ist, aber es ist eines, das man nicht unterschätzen darf.

Der Over-the-Counter-Handel stellt ein Netzwerk von Händlern dar, wobei meist zwei Finanzinstitutionen miteinander Handel treiben. Als Netzwerk stehen Computerlösungen und Telefonanlagen zur Verfügung, da der Handel hauptsächlich telefonisch erfolgt. Neben dem Handel zweier Finanzinstitutionen kann es auch zu einem Handel zwischen einer Finanzinstitution und einem Firmenkunden kommen.

Die Telefongespräche werden normalerweise aufgezeichnet, sodass die gespeicherten Bänder als Beweismittel bei Unstimmigkeiten der teilnehmenden Partner genutzt werden können. Das höhere Risiko wurde bereits genannt, der Vorteil des OTC-Handels besteht aber andererseits darin, dass man die Spielregeln verändern kann. Es kann aktiver verhandelt werden und es gelten nicht die Vorgaben, wie sie an der Terminbörse vorzufinden sind.

In der Zwischenzeit hat das Marktvolumen des OTC-Handels jenen der Terminbörsen (Derivatebörsen) deutlich übertroffen. Der OTC-Handel war schon Ende der 1990er-Jahre mit einem größeren Marktvolumen ausgestattet als der reine Börsenmarkt und viele Großbanken sind auf diesem Marktplatz tätig. Ins Gespräch kam der Handel auch für Nichtkenner durch die Lehman Brothers-Bank. Diese agierte auch im OTC-Handel und der Zusammenbruch war eine entscheidende Situation für diese Form von Derivatehandel und der Ausgangspunkt für die Probleme, die weltweit um sich gegriffen hatten.

Die hochriskanten Spekulationen haben viele Banken unter Druck gesetzt, die auch mitgespielt haben. Wie bei einem Dominoeffekt griffen die Probleme um sich und betrafen die realen Währungen genauso wie die ganzen Bankensysteme. Damit wurde auch vielen in der Politik verantwortlichen Menschen klar, wie groß das Volumen eigentlich ist und was passieren kann, wenn etwas schief geht.

Generell ist der OTC-Handel nichts Böses und auch die Derivate nicht. Es hängt aber davon ab, wie man mit den Finanzprodukten umgeht. Wenn man hochspekulativ auf Maximierung des Gewinns aus ist, kann das natürlich Folgen haben, wenn die Rechnung nicht aufgeht.

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