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Börsenhandel Stop Loss Order

Sofortiger Verkauf bei bestimmter Untergrenze

Die große Herausforderung beim Börsenhandel besteht darin, dass man die weitere Entwicklung schwer abschätzen kann. Die Börse an sich wäre noch berechenbar, aber durch die Einflüsse von außen wie politische Veränderungen, plötzliche negative Wirtschaftsüberraschungen, Katastrophen und ähnliches verändern sich Kurse mitunter auch sehr schnell und bleiben dann auf dem neuen Niveau für längere Zeit. Will man also nicht sein Geld verlieren oder Monate warten, bis die Werte sich wieder normalisiert haben, dann braucht es ein Sicherheitsnetz. Im Falle der Verkaufsaufträge gibt es dazu die Stop Loss Order.

Wie funktioniert die Stop Loss Order?

Börse Order Stop Loss OrderEs handelt sich dabei um den Auftrag, einen bestimmten Wert bis zu einer bestimmten Grenze zu verkaufen. Das hat den Vorteil, dass man kaum unter diesem angeführten Wert verkaufen muss und somit kann man bereits erzielte Gewinne absichern. Der Auftrag hat also im Vergleich zu einem normalen Verkaufsauftrag den Vorteil, dass nicht bei jedem Wert und jederzeit verkauft wird, sondern bis zum angeführten Wert und nicht darunter.

Beispiel für Stop Loss

Ein praktisches Beispiel dazu wäre eine Situation, in der man Aktien bei einem Wert von 50 Euro eingekauft hat und der Kurs steigt auf 65 Euro. Nun möchte man den Gewinn mitnehmen und gibt den Auftrag, die Aktien zu verkaufen, als Limit wird ein Wert von 60 Euro angeführt. Das bedeutet, dass der Verkauf auch bei 64 Euro erfolgen kann, wenn sich Käufer finden, er wird aber auf jeden Fall erfolgen, wenn die Marke von 60 Euro erreicht wird. Technisch kann natürlich der Verkauf auch bei 59 möglich sein, weil nicht in der gleichen Sekunde die Handlung gesetzt wird und gibt es einen katastrophalen Tag mit dramatischen Kursstürzen, dann reduziert sich der Wert binnen kürzester Zeit, aber normalerweise hat man mit den 60 Euro seinen Gewinn abgesichert.

Der Vorteil dieser Art von Auftrag an der Börse besteht also darin, dass man ohne weiteres Zutun den Verkauf absichert und nicht seine Anteile zu günstig verkaufen muss. Das ist zumindest die Grundüberlegung, die meist auch funktioniert - aber eben nicht immer, wie nachstehend zu lesen ist.

Stop Loss Order in der Praxis

Das bedeutet im Börsenalltag, dass man basierend auf dem Beispiel etwa 10 Euro Gewinn gesichert hat. Wird es mehr, weil bei 64 verkauft wurde ist es schön, aber es ist auf jeden Fall ein Gewinn abgesichert. Somit reduziert sich das Risiko, dass man den bereits erzielten Gewinn wieder vollständig verlieren könnte.

Und man muss auch nicht alle zwei Minuten die Kurse überprüfen, weil der Auftrag solange gilt, bis verkauft wurde oder bis das Limit erreicht worden ist. Stop Loss ist damit ein Werkzeug im Börsenhandel, dem große Wichtigkeit bei der Risikoabsicherung zugeschrieben werden kann.

Negatives Beispiel beim Euro-Franken-Kurs

Die Lösung mit dem Stop Loss Order ist normalerweise eine elegante, die sehr gut funktioniert. Dass das nicht immer so sein muss, hat man beim Euro-Franken-Kurs erkennen können und aus Sicht der Betroffenen auch müssen. Lange Zeit hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro eingesetzt, um den Franken nicht noch weiter aufzuwerten. Aber da der Euro immer weiter unter Druck geraten war, hat man unangekündigt die Grenze fallen gelassen, was zur Folge hatte, dass der Kurs enorm schnell nach unten gerauscht war.

Viele Anleger hatten einen Stop Loss Order als Auftrag des Verkaufs eingerichtet, um nicht unter 1,20 Franken pro Euro zu verkaufen, aber da der Kurs ins Bodenlose stürzte, wurde der Verkauf erst abgewickelt, als der Kurs schon viel niedriger war und das hatte für manche einen enormen Verlust zur Folge. Die Diskussionen waren danach sehr heftig - von der Frage, warum die SNB so reagiert hat bis zu der Frage, warum der Auftrag nicht durchgeführt wurde oder warum man bei nachträglicher Abarbeitung nicht den Kurs genommen hat, der eingestellt war.

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