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Terminbörse oder Derivatebörse

Marktplatz für Termingeschäfte

Zu den verschiedenen Arten von Börsen, die es in der Finanzwelt gibt, zählt auch die Terminbörse oder auch Derivatebörse. Deren Namen verrät bereits, dass es sich hierbei um einen Marktplatz handelt, dessen Mittelpunkt die Termingeschäfte sind, die gerne an der Börse abgehandelt werden. Es sind somit andere Finanzprodukte im Fokus als bei der allgemeinen Börse mit ihren Aktien und anderen Wertpapieren oder auch den Fondsanteilen.

Terminbörse für die Termingeschäfte

TerminbörseEin Termingeschäft ist dabei ein Kontrakt, bei dem die Verkaufshandlung nicht zum gleichen Zeitpunkt erfolgt wie die eigentliche Leistung, wodurch es zu einer zeitlichen Unterscheidung zwischen Kauf/Verkauf bzw. Zahlung/Erlös kommt. Der Hintergedanke ist der, dass man darauf spekuliert, dass der Kurs steigt oder fällt und man mit einem verspätetem Abschluss durch die inzwischen eingetretene Kursdifferenz Gewinn macht. Solche Geschäfte gibt es schon lange und sind nicht nur sehr spekulativ, sie sind auch durchaus nützlich, etwa für Bauern (Landwirte), die sicherstellen wollen, dass ihre Ernte Monate später fix verkauft werden kann. Neben der Gewinnsucht ist also die Absicherung auch ein Ziel der Termingeschäfte.

Und dennoch ist das Termingeschäft hochspekulativ und auch sehr umstritten. Die Terminbörse ist der Marktplatz für all diese Geschäfte und bündelt damit die verschiedenen Aktivitäten rund um Termingeschäfte an der Börse. Durch die Finanzkrisen ab dem Jahr 2006 anfangs in den USA, später global an vielen Börsen und mit vielen Beteiligten, beispielsweise Großbanken, ist die Fragestellung auf den Tisch gekommen, ob man die Termingeschäfte generell verbieten soll.

Noch ist es nicht soweit, denn diese Geschäfte sind zugleich eine große Säule des Finanzwesens an der Börse und ein Grund, warum sich viele der Börse überhaupt zuwenden und ihr Geld so veranlagen, doch andererseits ist das Spekulieren in seiner Dimension nicht mehr beherrschbar und die Finanzprobleme könnten sich jederzeit wiederholen.

Das Einführen einer Kapitalertragssteuer, wie dies in Österreich schon lange erfolgt ist, hilft dabei nur bedingt weiter. Solange man sich aber auf keine fixe Regelung einigen kann und auch nicht wirklich weiß, wie damit umzugehen ist, ist die Terminbörse weiterhin der wichtiger Marktplatz für die Terminkontrakte. Allerdings werden mittlerweile durch den Over-the-Counter-Handel (oder OTC-Handel) mehr Umsätze mit Derivate erzielt als mit dem regulären Börsenhandel. Und das ist ein großes Problem, weil man die Kontrolle über die großen Geldmengen nicht mehr besitzt. An der Terminbörse gelten Spielregeln, die außerhalb nicht mehr so eingehalten werden müssen und dann kann es leichter passieren, dass der Börsenhandel aus dem Ufer gerät. Deshalb gibt es auch Bestrebungen, die Terminbörse wieder in den Mittelpunkt zu rücken, auch um die Termingeschäfte wieder mit einem besseren Image ausstatten zu können.

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