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Betriebsnachfolge Arten und Möglichkeiten

Wie kann eine Betriebsnachfolge durchgeführt werden?

Bei der Betriebsnachfolge gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie das Unternehmen vom bisherigen Besitzer (= Übergeber) zum neuen Besitzer (= Übernehmer) übertragen werden kann. Die Palette reicht vom Kauf über die Schenkung bis zum vererbten Unternehmen oder der Pacht.

Betriebsnachfolge Art der Übernahme: Inhalt

Verschiedene Ansätze für die Betriebsnachfolge oder auch Betriebsübernahme

Betriebsnachfolge Nachfolgeformen MöglichkeitenIn allen diesen Fällen gilt, dass man sich schriftlich absichern sollte und es ist auch dringend anzuraten, Experten hinzuzuziehen, um etwaige Fehler zu unterbinden. Denn man darf nicht vergessen, dass zum einen die Ermittlung des Kaufpreises im Fall eines vollständigen Unternehmenskaufes für beide Seiten Probleme bereiten kann und zum anderen hat jede Entscheidung bei der Übernahme auch weitere Folgen wie zum Beispiel Belastung durch Finanzierung, Steuervorschreibungen oder auch Kosten im Rahmen der Sozialversicherung.

Unternehmensberater und auch die Beratungsstellen der Wirtschaftskammern (am Beispiel Österreich) kennen diese möglichen Konsequenzen und können rechtzeitig warnen, sodass es zu keinen Überraschungen kommt und man richtig planen kann oder zumindest Tipps erhält, worauf zu achten ist und mit welchen Beträgen man rechnen muss.

Zuerst muss aber einmal abgeklärt werden, in welcher Form die Betriebsnachfolge bzw. Betriebsübergabe vonstatten gehen soll. Der am häufigsten auftretende Fall ist natürlich der Unternehmenskauf. Aber es gibt einige Möglichkeiten, wie der Betrieb übertragen werden kann und die Wahl der Optionen spielt bei der Betriebsnachfolge natürlich auch eine wesentliche Rolle.

Anteilskauf als Idee der Übernahme

Neben dem Unternehmenskauf als Ganzes gibt es weitere Möglichkeiten, wie eine Betriebsnachfolge durchgeführt werden könnte. Eine interessante Variante ist der Anteilskauf. Dabei kann man eigentlich nicht von der klassischen Betriebsnachfolge sprechen, bei der ein ganzes Unternehmen den Besitzer wechselt.

Denn es werden Anteile des Unternehmens an eine Person weitergegeben, wobei die Art und Weise, wie dies geschieht unterschiedlich sein kann. Es gibt zum Beispiel die Option, dass diese Anteile weiter geschenkt werden, es gibt auch die Option, dass die Anteile verkauft werden. Aber der wesentliche Unterschied zum Unternehmenskauf besteht in dem Faktum, dass nicht das ganze Unternehmen übertragen wird.

Damit bleibt die Gesellschaft als Rechtsperson erhalten und es gelten natürlich auch alle Verträge wie bisher, die aber natürlich durch die neuen Eigentümer oder den neuen Eigentümer erfüllt werden müssen wie gehabt. Damit ist das Unternehmen nach außen eigentlich das gleiche, auch wenn sich die Besitzverhältnisse verändert haben. Es kann also gut sein, dass ein großes Unternehmen mit verschiedenen Unternehmensbereiche unterschiedliche Besitzerinnen oder Besitzer aufweist. Ob das für das Unternehmen als Ganzes eine gute Idee ist, hängt von der Gesamtsituation ab.

Der Vorteil des Anteilskaufes besteht darin, dass ein bekanntes Unternehmen nicht im Namen geändert werden muss, es gibt keine Notwendigkeit, das Logo zu ändern, die Webseite zu verändern oder andere Maßnahmen zu ergreifen. Ist das Marketing erfolgreich im Einsatz, kann man dieses lassen, wie es ist, ohne große Umgestaltungsarbeiten starten zu müssen. Gleiches gilt natürlich auch für den Firmennamen. Aber andererseits hat man nicht die vollständige Kontrolle und muss sich absprechen. Das hängt aber auch davon ab, welche Konstruktion wirklich vorliegt.

Erbschaft als Basis für die Betriebsnachfolge

Eine auch häufig eingesetzte Form der Betriebsnachfolge ist die Erbschaft. Das Unternehmen wird im Falle des Ablebens von Besitzerin oder Besitzer eines Unternehmens entsprechend an die Kinder übertragen, womit die Tradition des Familienunternehmens gewahrt bleiben kann, auch wenn das nicht immer möglich ist.

Diese Form der Betriebsnachfolge wird innerhalb der Familie häufig gewählt, dabei ist aber zu beachten, dass sich die Rahmenbedingungen von der gesetzlichen Seite her jederzeit ändern können und entsprechend Beratung ist in den meisten Fällen eine gute Idee, um die Vererbung des Unternehmens optimal durchführen zu können und nicht in eine Kostenfalle zu geraten - etwa durch Veränderungen bei der Versteuerung von Erbschaftstitel.

Ein Grundproblem bei der Erbschaft im Sinne der Betriebsnachfolge ist die Tatsache, dass nicht rechtzeitig die Übergabe schriftlich festgelegt wird. Wenn dann die Besitzerin oder der Besitzer stirbt, wird üblicherweise das Erbvermögen im Sinne der gesetzlichen Vorschriften aufgeteilt, wenn keine anderen Regelungen getroffen wurden. Das gilt aber dann auch für das Unternehmen, das Teil der Erbschaft ist.

Und damit würde sich das Unternehmen auf verschiedene Personen - wenn es zum Beispiel mehrere Kinder gibt - aufteilen, was zu unklaren Strukturen führen kann. Im Extremfall ist der gesamte Betrieb gefährdet oder es kommt zu Unstimmigkeiten und Betrieb sowie Personal sind akut gefährdet. Um dies zu vermeiden, sollte rechtzeitig festgelegt werden, was mit dem Unternehmen im Falle des Ablebens passieren soll, damit die Betriebsnachfolge erfolgen kann.

Betriebsnachfolge als Pächter

Wer ein vollständiges Unternehmen nicht kaufen möchte und damit das Risiko bei der Finanzierung reduziert, hat die Option, sich eine Pacht zu überlegen. Bei dieser kann man ein Unternehmen nutzen und betreiben, aber wird nicht Eigentümer. Somit ist man tätig, doch ist nicht wirklich der eigene Chef.

Eine Pacht ist dann gegeben, wenn man Teile eins Unternehmens oder auch das komplette Unternehmen weitergibt, aber der Pächter nicht Eigentümer wird. Der Pächter hat jedoch sehr wohl das Recht, für einen bestimmten Zeitraum, der vertraglich vereinbart wird, das Unternehmen zu nützen. Diese Vereinbarung kann auch unbefristet erfolgen, wobei beide Teile - der Pächter und der Verpächter - eine Kündigungsmöglichkeit haben.

Somit wird der Vorteil gleich offensichtlich, weil man nicht die gesamte Summe eines Kaufes aufbringen muss, sondern die finanzielle Belastung auf die Pacht reduziert. Zu bedenken ist aber natürlich, dass man bei einem Unternehmenskauf alle Rechte hat, zum Beispiel auch das Recht der Weitergabe. Bei einem gepachteten Unternehmen ist dieses Recht nicht gegeben. Zu klären wäre in Beratungen die Möglichkeit, später durch den Kauf für einen vollständigen Besitzerwechsel zu sorgen, aber das wäre ein neuer Vorgang und der Pachtvertrag würde dann seine Gültigkeit verlieren.

Außerdem muss zwischen Pacht und Miete unterschieden werden. Pacht liegt oft bei gastronomischen Betrieben vor, Miete liegt vor, wenn man Räume ohne Kundenstock erwirbt, die man aber auch wirtschaftlich nutzen kann. Das hat rechtlich große Relevant, weil in zweiterem Fall gilt das Mietrechtsgesetz als gesetzliche Grundlage und man spricht von der Geschäftsraummiete.

Schenkung in der Betriebsnachfolge

Alternativ zum Unternehmenskauf gibt es bei der Betriebsnachfolge natürlich auch Möglichkeiten, die unentgeltlich durchgeführt werden können. Manche dieser Optionen werden seit vielen Jahren erfolgreich umgesetzt wie die Schenkung, was sich innerhalb einer Familie öfter machen lässt und den Grundstock für ein Familienunternehmen über Generationen bildet.

Die Schenkung ist eine unentgeltliche Variante der Betriebsübernahme und wird vor allem in Familienbetrieben umgesetzt. Häufig hat der Vater an den Sohn oder die Tochter das Unternehmen übertragen, ohne dass es zu einer Gegenleistung gekommen ist. Diese Variante gilt auch heute noch, aber innerhalb der Familie wird nicht mehr so häufig der Betrieb übergeben, weil die nächste Generation vielleicht andere Ziele hat oder weil das Unternehmen in ein schwieriges Umfeld geraten ist, bei dem die Wirtschaftlichkeit problematischer wurde.

Gibt es doch die Möglichkeit, eine Schenkung anzudenken, dann erfolgt diese auch zu einem bestimmten Zeitpunkt wie der Unternehmenskauf, aber es kommt zu keiner Gegenleistung. Das muss aber nicht zwangsläufig so sein, denn es gibt auch die Variante der gemischten Schenkung. Bei dieser Form gibt es eine geringe Gegenleistung, die bezahlt wird, die aber dem Wert des Unternehmens nicht entspricht - es wäre sonst ein Unternehmenskauf.

Zu beachten sind dabei die rechtlichen Aspekte wie die aktuelle gesetzliche Lage bei der Erbschaft, Grunderwerbssteuer oder Buchwertfortführung. Deshalb sollte auch bei der Schenkung eine Beratung auf jeden Fall eingeholt werden. Theoretisch kann man die Schenkung auch mündlich durchführen, aber es ist dringend die schriftliche Form angeraten.

Betriebsnachfolge und Familienbetrieb

Lange Jahre und Jahrzehnte war es Tradition, dass man innerhalb der Familie das Unternehmen an die nächste Generation weitergegeben hat, aber es gibt viele Unternehmen, in denen das nicht möglich ist. Entweder fehlt es an Kindern oder es gibt Kinder, die jedoch kein Interesse haben. Die große Zahl von suchenden Unternehmen für neue Betriebsnachfolger basiert auch auf diesem Faktum, dass es schwieriger geworden ist, das Unternehmen durch Erbschaft innerhalb der Familie weiterführen zu können.

Es gibt sogar eigene Vermittlungsstellen, die suchende Unternehmen und suchende Nachfolger zusammenführen wollen, um die Zahl zu reduzieren. Immerhin hängen viele Arbeitsplätze und auch viel Wirtschaftskraft davon ab.

Unternehmenskauf als typische Betriebsnachfolge

Die häufigste Form der Betriebsnachfolge ist nach wie vor der Unternehmenskauf. Die Zahl der Übernahmen innerhalb der Familie nimmt aus gesellschaftlichen Gründen und auch aus Gründen der Veränderung in den Betrieben und Branchen deutlich ab, sodass es meist zu einer Übernahme eines Betriebs an eine externe Person kommt.

Beim Unternehmenskauf wird zu einem vertraglich fixierten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Kaufpreis das Unternehmen vom Übergeber an den Übernehmer übertragen und zwar mit allen Rechten und Pflichten. Mit diesem Zeitpunkt steht dem Unternehmen der neue Inhaber oder die neue Inhaberin vor, der/die die Geschäfte dort fortsetzt, wo der bisherige Besitzer sie beendet hatte.

Im Fokus dieser Handlung steht natürlich der Kaufpreis, der für viele weitere Fragestellungen relevant ist. Je höher der Kaufpreis angesetzt wird, desto belastender kann die mittelfristige Finanzierung sein und natürlich auch die monatliche Belastung für das Budget. Außerdem müssen Forderungen von Steuer und Sozialversicherung frühzeitig bedacht werden, um keine Überraschung zu erleben. Zudem haftet man als neuer Besitzer auch für alle Geschäftsfälle - ein auch gerne unterschätzter Punkt.

Die Finanzierung selbst muss nicht eine Barzahlung zum vereinbarten Termin sein. Es gibt dabei viele interessante Lösungen. Eine Ratenzahlung ist durchaus denkbar, es gibt aber auch die Option, dass der Vorbesitzer eine Rente bezieht und so Stück für Stück der Kaufpreis abgearbeitet wird.

Unternehmenskauf ist der letzte Schritt

Der Kauf des gesamten Unternehmens ist eigentlich eine typische Situation in der Betriebsnachfolge. Schenkung, Pacht oder Erbschaft sind möglich, aber als Betriebsnachfolger hat man meist das Unternehmen wirklich erworben. Doch der Kauf ist der finale Abschluss, nicht die Handlung selbst, denn die beginnt bereits bei der Analyse, was das bestehende Unternehmen kann, welche Zahlen vorliegen, ob das Unternehmen zu den eigenen Ideen passt und vieles mehr.

Das Abwägen von Chancen und Risiko ist lange vor dem Zahlen des Geldes erfolgt und damit auch vor der rechtlich bindenden Übernahme des Betriebs, unabhängig von Branche, Personalgröße oder Thema des Unternehmens.

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