Sie sind hier: Startseite -> Unternehmen -> Betriebsnachfolge -> Betriebsnachfolge Fragen Übergeber

Betriebsnachfolge Fragen des Übergebers

Was muss der Betriebsübergeber beachten?

Die Betriebsübernahme ist eine komplexe Situation, die sowohl für den Übernehmer als auch für den Übergeber wichtig ist. Der Übernehmer möchte in keine Fallen stolpern, die sich aus finanzieller Überlastung heraus ergeben können oder auch durch rechtliche Fragestellungen zur Gefahr werden, der Übergeber ist daran interessiert, dass sein Unternehmen erfolgreich weitergeführt wird und er nach dem Abschluss keinen Ärger hat.

Betriebsnachfolge Fragen Betriebsübergeber: Inhalt

Betriebsnachfolge Fragen aus Sicht des Betriebsübergebers

Betriebsnachfolge Fragen BetriebsübergeberDabei ergeben sich viele Fragestellungen und aus Sicht des Übergebers sind sie natürlich anderer Natur als aus Sicht des Übernehmers. Beim Übernehmer sind Rechtsform und finanzielle Notwendigkeiten wesentliche Faktoren, beim Übergeber stellt sich eher die Frage, wie rasch man den Betrieb einem neuen Chef anvertrauen möchte, was man dafür verlangt und ob man das Unternehmen überhaupt verkaufen möchte. Außerdem muss man sich auch die Frage stellen, wie die Übergabe erfolgen soll und an wen.

Das große Problem ist dabei in vielen Fällen die Frage, an wen übergeben werden soll. Denn immer seltener wird an die nächste Generation übergeben, was zwei Gründe hat. Der eine besteht darin, dass die Tradition des Familienbetriebs zwar noch immer eine Rolle spielt, aber für viele junge Leute nicht mehr und der zweite Grund ist, dass viele dieser Familienunternehmen gegen die großen Einkaufszentren im Bereich des Handels kaum mehr eine Überlebenschance bieten und zahlreiche Unternehmen müssen überhaupt schließen. Vor dieser Angst schrecken einige Leute zurück, die als Tochter oder Sohn als Übernehmer in Frage kämen.

Das betrifft natürlich den reinen Handel besonders, aber auch im Gewerbe gibt es diesen Trend. Wenn man also nicht in der Familie den nächsten Chef findet, muss man sein Netz weiter auswerfen und gerade die Frage des Übernehmers ist eine zentrale Frage bei den Problemstellungen, die aus Sicht des Übergebers für ein bestehendes Unternehmen gegeben sind.

Fragen zur Übergabe

Die Übergabe des Unternehmens ist das zentrale Thema bei der Betriebsnachfolge und zwar sowohl aus Sicht des Übernehmers als auch aus Sicht des Übergebers. Während beim Übernehmer die finanziellen Rahmenbedingungen ein Kriterium sind, muss sich der Übergeber als bisheriger Unternehmer überlegen, wie er überhaupt vorgehen möchte.

Und diese Frage ist nicht so einfach wie sie klingt, denn er kann das Unternehmen verkaufen, er kann schrittweise aus dem Unternehmen ausscheiden und seine Aufgaben Zug um Zug an den Nachfolger übertragen, er kann aber auch das Unternehmen behalten und verpachten, was recht häufig der Fall ist. Schließlich gibt es auch Möglichkeiten, dass das Unternehmen zwar verkauft wird, aber statt einer kompletten Summe gibt es eine monatliche Rente. Und damit stehen zahlreiche Optionen zur Verfügung, die auch Gegenstand der Verhandlungen sein muss, wobei externe Beratung für beide Seiten zu empfehlen ist, um die Möglichkeiten abzuklären und auch die individuellen Vorstellungen damit zu überprüfen.

Neben der Übergabe als technische Umsetzung ist die persönliche Komponente sehr wichtig, die aber mit den oben beschriebenen Überlegungen im Zusammenhang steht. So ist zu überlegen, ob man ganz ausscheidet und in Pension geht oder ob man einen Nachfolger aufbauen möchte und noch einige Jahre im Betrieb seine Arbeit erledigen will. Viele sind sehr daran interessiert, dass das Unternehmen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - so es welche gibt - weiter erfolgreich läuft. Sie haben jahrzehntelang den Betrieb aufgebaut und wollen ihn in sicheren Händen wissen. Sie übergeben daher das Unternehmen gerne und treten in die zweite Reihe zurück, bleiben aber im Unternehmen, um zu helfen und zu erklären, sodass der Nachfolger davon profitieren kann.

Schließlich ist auch die Frage zu klären, wie es um den Nachfolger bestellt ist - gibt es jemanden in der Familie, der als nächste Generation in Frage kommt. Immer häufiger werden externe Personen gesucht, weil es niemanden gibt oder weil das Interesse nicht gegeben ist.

Fragen zum Nachfolger

Eine große Hürde bei der Betriebsnachfolge ist immer wieder der Mangel an Nachfolgern. Die Betriebsinhaber würden gerne ihr Unternehmen, das sie oft selbst aufgebaut und jahrzehntelang geführt haben, so weiterverkaufen, dass es samt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Erfolg fortführen kann. Niemand muss gekündigt werden, alle profitieren.

Aber das ist schwieriger geworden, denn die Familienbetriebe werden nicht automatisch von einer Generation zur nächsten übergeben, weil die Interessen vielschichtiger wurden. Zwar gibt es weiterhin die traditionelle "Hofübergabe" innerhalb der Familie, aber viele Unternehmerinnen und Unternehmer haben diese Option nicht. Das mag an mangelndem Interesse liegen oder schlichtweg, weil es niemanden in der Familie gibt, dem man das Unternehmen anbieten könnte.

Daher ist die Fragestellung nach dem Nachfolger eine sehr wichtige geworden. Es hängen nicht nur viele Unternehmen zahlenmäßig an möglichen Nachfolgerinnen und Nachfolgern, sondern damit auch noch größere Zahlen an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Somit ist die Betriebsnachfolge eine wirtschaftlich bedeutsame Größe, weshalb es auch Initiativen wie die Nachfolgebörse in Österreich gibt. Auch in anderen Ländern wurden solche Ideen umgesetzt, um Übergeber mit interessierten Übernehmern zusammenzuführen.

Die Frage nach dem Nachfolger stellt sich also auf drei optionalen Ebenen:

1.) Innerhalb der Familie

Dabei ist zu beachten, dass es mehrere Möglichkeiten geben könnte, zum Beispiel zwei Söhne und eine Tochter, die allesamt den Betrieb fortführen könnten. Hier sind rechtliche Fragestellungen zu klären, ob man die anderen finanziell entschädigt oder ob sich diese den Betrieb vielleicht auch teilen - abhängig von der Struktur und Größe des Unternehmens.

2.) Innerhalb des Unternehmens

Eine nicht zu unterschätzende Möglichkeit ist jene, dass man eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter zum nächsten Chef des Betriebes macht, wenn dies finanziell möglich ist. Das macht oft Sinn, weil diese Leute jahrelang, vielleicht sogar für Jahrzehnte das Unternehmen mitgetragen haben und sich bestens auskennen. Diese Leute sind im Unternehmen auch bekannt und es gibt keine Ängste wegen eines neuen Chefs, wobei nicht ausgeschlossen ist, dass diese Mitarbeiter selbst den Betrieb erneuern wollen - was ja meist die große Angst des Personals ist, weil Veränderung Unsicherheit bringen kann.

3.) externer Nachfolger

Und schließlich gibt es die Option eines externen Nachfolgers. Das kann ein Freund sein, der Interesse hat, das kann aber wirklich jemand sein, den man bisher nicht gekannt hatte. Die Vermittlung durch Geschäftsfreunde ist eine Option, wie es zu dieser Situation kommen kann, eine Ausschreibung - zum Beispiel auch in der Nachfolgebörse - ist eine weitere Möglichkeit.

In all diesen Varianten sind viele Fragestellungen enthalten, die sowohl den Zeitplan betreffen, wann und wie die Übergabe erfolgen könnte, als auch rechtliche Fragen, sei es innerhalb der Familie, im Rahmen einer Erbschaft, als normale Übergabe an externe Personen oder bei der Übergabe an einen bestens bekannten Stellvertreter oder andere Mitarbeiter. Externer Rat ist nicht nur für die Nachfolger sehr zu empfehlen, gleiches gilt auch für die Übergeber.

Fragen zur eigentlichen Durchführung

Die Betriebsnachfolge basiert auf mehreren Stufen aus Sicht von Übernehmer und Übergeber. Während der Übernehmer sich überlegen muss, welche Form er anstrebt und wie viel Geld die Übernahme kosten darf, ist der Übergeber mit Fragen konfrontiert, die sich mit dem Zeitplan und mit dem Verkaufserlös ergeben.

Zeitplan erstellen

Natürlich setzt dies voraus, dass das Unternehmen vollständig verkauft werden soll, denn es kann auch sein, dass man sich neu orientiert, aber das Unternehmen behalten möchte. Eine Verpachtung wäre dann eine Option, bei der aber auch das Geld eine Rolle spielt und ein Zeitplan vorbereitet und eingehalten werden muss.

Geht man von der vollständigen Übergabe als Verkauf und einem externen Übernehmer aus, dann stellen sich für den Betriebsübergeber vor allem zwei wesentliche Fragestellungen. Die erste ist, wann er die Übergabe durchführen möchte und die zweite bezieht sich auf den möglichen Verkaufswert. Der Zeitplan basiert auf den eigenen Wünschen und muss mit dem interessierten Übernehmer abgeklärt werden, wobei davon abgeleitet wird, wie schnell oder wie stufenweise die Übergabe durchgeführt werden soll. Der Zeitplan sollte immer schriftlich erfolgen und beiden Vertragspartnern vorliegen. Es macht keinen Sinn, wenn der Übernehmer sofort loslegen möchte und der Übergeber aber erst in einem Jahr Lust dazu hat. Diese Vorgaben sind schon in den ersten Kontaktaufnahmen zu klären.

Was den Verkaufswert betrifft, gibt es natürlich viele einzelne Fragestellungen. Mittels Buchhaltung bzw. Bilanz sowie Steuer- oder Unternehmensberater können beide Seiten den tatsächlichen Wert des Betriebs erheben, sodass eine Grundlage vorliegt. Der Wert alleine sagt aber über die Modalitäten nicht viel aus, denn es muss auch die Konkurrenzsituation beachten werden, rechtliche Rahmenbedingungen sind zu überlegen - kurzum ist es förderlich, wenn der Übergeber ein Unternehmenskonzept vorlegen kann, das dem interessierten Übernehmer Hilfestellungen anbietet, um eine Entscheidung treffen zu können.

Gute Vorbereitung auch durch Berater

Unterstützt durch interne oder externe Berater (meist externe Unternehmensberater) kann es schnell auf Basis dieser Daten und Unterlagen zu einer Einigung kommen, die in einen Zeitplan und finanzielle Vereinbarungen sowie einen Vertrag mündet. Diese stellt die Grundlage für die tatsächliche Umsetzung dar.

Die Vorbereitung der Übergabe ist wesentlich für eine einwandfreie Unternehmensübertragung und ist vielschichtig, abhängig von der Art der Übergabe, der Größe des Unternehmens und des Zeitplans. Viele Detailfragen sind zu klären vom Lieferantenvertrag über die Personalfragen bis zu Lizenzvereinbarungen. Und es ist ein Unterschied, ob der Übergeber sofort seine Aktivitäten einstellt oder ob er schrittweise den Rückzug einleitet.

Fragen zur Umsetzung

Wenn die Betriebsnachfolge erfolgreich gestaltet werden kann und sich ein Nachfolger gefunden hat, müssen beide Partner viele kleine Details beachten, auf die man schnell vergessen kann. Das gilt nicht nur für den Übernehmer, der bei der Krankenkassa sich als neuer Unternehmer anmelden muss, sondern auch für den Übergeber, der sich eben dort als bisheriger Unternehmer verabschiedet.

Behördenwege planen

Die Ummeldungen sind ein wesentlicher Schritt bei der Betriebsübergabe und umfassen das Steuerkonto und damit die Finanzbehörden ebenso wie die Sozialversicherungsträger für sich selbst als auch für das Personal und viele weitere Stellen. Dabei sind auch die Partner einzubeziehen und natürlich muss auch mit dem Personal entsprechend gesprochen werden.

Sehr ungünstig ist es, wenn das Personal im letzten Augenblick die Information erhält, dass es bald einen neuen Chef gibt. Dabei hängt es aber auch stark davon ab, wie die Übergabe erfolgt. Wenn ein Junior-Chef oder eine Junior-Chefin als Nachfolger/in innerhalb der Familie aufgebaut wird, ist das bestens bekannt. Wenn ein externer Übernehmer den Laden erhält, ist das nicht zwangsläufig bekannt und daher sollte das Personal frühzeitig auf die Situation vorbereitet werden, damit es keine unnötigen Unsicherheiten gibt. Wobei der Wunsch, sich zurückzuziehen bei vor der Pension stehenden Führungskräften abschätzbar ist. Bei einem Unternehmen mit einem Inhaber mittleren Alters muss das aber keinesfalls bekannt sein. Das Personal sollte also mitgenommen werden, das heißt, es sollte früh von den Wünschen der Übergabe informiert sein und auch den Verhandlungsstand kennen, damit man weiß, woran man ist.

Hat sich die Übergabe erledigt, ist im Zuge dieses Prozesses auch an die Partner zu denken, zum Beispiel sind die Lieferanten und wichtigsten Kunden zu informieren, dass es zu einer Änderung im Unternehmen bzw. in der Unternehmensführung gekommen ist. Das ist wesentlich für das Vertrauen und im Interesse des Übergebers, der möchte, dass das Unternehmen weiter gut läuft und die Vertrauensbasis erhalten bleibt.

Hilfestellung bei all diesen Aktivitäten kann es wieder von Unternehmensberatern geben, die an Vorgänge und Schritte denken, die man leicht vergessen könnte. Auch Checklisten von Wirtschaftskammer und Gründerservice können helfen, den Überblick zu wahren.

Ebenfalls interessant:

Betriebsnachfolge Ausgangslage

Die Betriebsnachfolge als Gründungsoption und die Ausgangslage im Hinblick auf die wirtschaftliche Bedeutung, auf die Vorteile und Risiken.

Betriebsnachfolge Chancen

Die Betriebsnachfolge und die Chancen, die diese Form der Unternehmensgründung bringen können wie geschultes Personal oder Kundenstock.

Betriebsnachfolge Risiken

Die Betriebsnachfolge und die Risiken, die bei einer Betriebsübernahme entstehen können und die man auch nicht unterschätzen sollte.

Betriebsnachfolge Nachfolgeformen

Übersicht über die Betriebsnachfolge und die unterschiedlichen Möglichkeiten, in welcher Form die Betriebsübergabe erfolgen kann.

Betriebsnachfolge Fragen Übernehmer

Die Betriebsnachfolge und die zahlreichen Fragestellungen aus Sicht des Übernehmers für eine ordnungsgemäße Übergabe des bisherigen Unternehmens.

[aktuelle Seite]

Betriebsnachfolge Fragen Übergeber

Die Betriebsnachfolge und die zahlreichen Fragestellungen aus Sicht des Betriebsübergebers für eine ordnungsgemäße Durchführung.

Betriebsnachfolge Nachfolgebörse

Die Nachfolgebörse ist eine Einrichtung der Wirtschaftskammer, die versucht, Übernehmer und Übergeber zusammenzuführen.

Soziale Medien

Wir freuen uns, wenn dieser Artikel geteilt wird:

Themenliste:

Zurück zum Hauptthema

Übersicht Betriebsnachfolge

Startseite Unternehmen