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Betriebsnachfolge Fragen des Übernehmers

Worauf ist aus Sicht des Betriebsübernehmers zu achten?

Die Betriebsnachfolge oder auch Betriebsübernahme bietet den Vorteil, dass man einen bestehenden Betrieb weiterführen kann und man erspart sich den Aufbau von Strukturen, das Suchen von Personal und viele weitere Schritte, die man bei der normalen Unternehmensgründung noch vor sich hat.

Betriebsnachfolge Fragen für den Übernehmer: Inhalt

Fragen aus Sicht des Betriebsübernehmers

Betriebsnachfolge Fragen BetriebsübernehmerDabei ist die Überlegung aber mit Vorsicht zu genießen, denn man hat die gleichen rechtlichen Überlegungen anzustellen und daher gibt es eine ganze Reihe von Fragestellungen, teilweise sogar mehr als bei der normalen Gründung. Damit wird der Prozess der Unternehmensgründung, die ja eine Betriebsnachfolge aus Sicht des Übernehmers tatsächlich ist, sogar umfangreicher. Hat man den Gründungsprozess durchgearbeitet, spart man aber viel Zeit aufgrund der genannten Vorteile.

Doch die Fragestellungen sollten nicht unterschätzt werden. Sie reichen von der persönlichen rechtlichen Situation wie dem Gewerberecht und der Berechtigung, das Unternehmen führen zu dürfen über die finanziellen Fragen bis zur Prüfung, wie das zu übernehmende Unternehmen überhaupt da steht. Wie sehen die Werte aus, wie die Entwicklung.

Die große Falle ist dabei das rechtliche Regelwerk. Denn die Finanzierung ist nachvollziehbar und daran denkt man ohnehin sehr bald. Die Überprüfung des Unternehmens kann auch durch Hilfestellung von außen erfolgen, aber was man gerne vergisst, ist die Tatsache, dass das Personal auch rechtlich übernommen werden muss. Verträge mit Lehrlingen müssen übertragen werden und viele weitere rechtlichen Spielregeln gilt es zu beachten und genau daran denkt man nicht immer. Die folgenden Unterseiten bieten sich als Überblick an, welche Fragestellungen bei der Betriebsübernahme denkbar sind, wobei dies vom Unternehmen, der Branche und der Größe des Betriebes abhängt.

Fragen zum Eigenbereich

Bevor man sich überhaupt über den zu übernehmenden Betrieb kümmern kann, muss man den Eigenbereich für die Betriebsübernahme klären. Dazu sind einige Punkte notwendig, wobei die Reihenfolge von der Situation abhängt. Eine Abklärung der Finanzierung ist zum Beispiel nur dann möglich, wenn man den Finanzbedarf kennt. Dennoch ist dieser Punkt ganz klar im Eigenbereich des angehenden Betriebsübernehmers zu sehen.

  • Gewerberecht
    Ein erster Punkt im Eigenbereich ist die Abklärung, wie es mit dem Gewerberecht aussieht. Das hängt stark von der Branche ab, wobei das Gewerberecht in den letzten Jahren deutlich verändert wurde. Viele Branchen sind nun als freie Gewerbe definiert und damit braucht es keinen Befähigungsnachweis in Form einer Meisterprüfung oder ähnlicher Zeugnisse, den Gewerbeschein braucht man aber dennoch und muss man von der zuständigen Gemeinde einholen. Im Falle eines freien Gewerbes ist dies der amtliche Nachweis, dass man die angeführte Tätigkeit durchführen darf.
  • Fördermöglichkeiten
    Die Betriebsübernahme ist aus Sicht des Übernehmers wie eine normale Gründung anzusehen. Zwar wird ein bereits bestehender Betrieb weitergeführt, aber aus Sicht des neuen Chefs bzw. der neuen Chefin ist es eine völlig neue Aufgabe. Diese Übernahme kann auch gefördert werden, zum Beispiel über das Neugründungs-Förderungsgesetz (kurz: NEUFÖG). Die Möglichkeiten zur Förderung können auch von der zuständigen Wirtschaftskammer erfragt werden.
  • Finanzierung
    Wenn bekannt ist, welche Geldmenge notwendig ist, um die Betriebsübernahme durchführen zu können, kommt der spannende Prozess, wie man die Gelder aufstellen könnte. Die Finanzierung ist dabei ein großes Kriterium, denn wenn sie nicht gelingen mag, ist die Betriebsübernahme auch schon gescheitert und wenn sie nur mit Mühe möglich ist, muss auch überlegt werden, ob es ein zu hohes Risiko ist, diesen Schritt zu wählen. Das hängt natürlich wieder davon ab, wie das zu übernehmende Unternehmen überhaupt wirtschaftlich da steht und mit welchem Erfolg zu rechnen ist.
  • Rechtsform
    Und schließlich muss man sich auch überlegen, in welcher Rechtsform das Unternehmen fortgeführt werden soll. Häufig wird die gleiche Rechtsform gewählt, die bisher auch gegeben war, aber das muss nicht zwangsläufig so sein. Hierbei sind Beratungsgespräche mit Experten besonders ratsam.

Fragen zum übernehmenden Betrieb

Die wesentliche Fragestellung bei der Betriebsübernahme ist natürlich jene, wie sinnvoll es ist, einen Betrieb zu übernehmen. Um diese Frage für sich selbst als möglicher Betriebsübernehmer beantworten zu können, braucht es Informationen und zwar eine Menge davon, nämlich wie der Betrieb wirtschaftlich da steht und es gibt auch Fragestellungen über den Übergeber.

  • Der Übergeber
    Warum möchte der Übergeber den Betrieb los werden? Eine Option ist häufig das Alter, weil es niemanden in der Familie gibt, der den Betrieb übernehmen will oder kann und der Besitzer selbst bald in Pension gehen möchte. Damit ist die Situation auch schon nachvollziehbar. Es kann aber auch sein, dass die Selbständigkeit zur gesundheitlichen Problematik wurde, dass der Stress zu groß wurde, der Erfolg sich nicht eingestellt hat oder ähnliche Faktoren dazu führen, dass man das Unternehmen nicht mehr selbst führen möchte.
  • Die wirtschaftlichen Fakten
    Relevant für die Entscheidung zur Betriebsübernahme (oder auch dagegen) ist der Status des Unternehmens. Wie steht es wirtschaftlich da, wie sieht die Entwicklung der letzten Jahre aus. Dabei helfen die Daten aus der Buchhaltung, die Jahresabschlüsse der letzten Geschäftsjahre und viele weitere Informationen. Verkaufsstatistiken sind ein Stichwort, auch die Größe des Kundenstocks kann relevant sein - abhängig vom Unternehmen und der Branche. Dazu braucht es Informationen über die Gesamtsituation aus finanzieller Sicht, zum Beispiel ob es einen hohen Schuldenstand gibt, ob es Probleme mit der Sozialversicherung oder dem Finanzamt gibt oder das Unternehmen bestens dasteht.
  • Die Konkurrenz
    Ebenfalls wichtig bei der Entscheidung für oder gegen eine Betriebsübernahme ist die Fragestellung nach der Branche und hier speziell nach den Märkten und der Marktsituation. Welche Kundenaussichten gibt es, wie intensiv ist die Konkurrenzsituation, welche Freiräume sind abschätzbar?
  • Das Personal
    Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es, wie sieht es mit der Altersstruktur aus und wie lange sind die Leute schon im Betrieb beschäftigt. Über das Betriebsklima lässt sich einiges abschätzen, wenn man erkennen kann, dass die Leute lange oder sehr kurz beschäftigt sind.
  • Verträge und Genehmigungen
    Wichtig bei der Betriebsübernahme ist die Berücksichtigung laufender Verträge und rechtlicher Rahmenbedingungen. Gerne wird genau darauf vergessen. Dazu zählen die Genehmigungen für die Durchführung des Unternehmens, Lizenzvereinbarungen, aber auch Lieferverträge mit Lieferanten.

Fragen Übernahmedetails

Die Betriebsnachfolge kann nur funktionieren, wenn beide Partner mit der Vorgangsweise einverstanden sind. Der Übernehmer und der Übergeber treten daher in Verhandlungen, um die wesentlichen Punkte zu vereinbaren. Diese Vereinbarungen sollten auf jeden Fall schriftlich erfolgen und es sollte auch ein sicherer Rahmen gesetzt werden - zum Beispiel Termine für die Zahlungen und Fristen für etwaige Handlungsschritte.

  • Form der Übernahme
    Der wesentliche Punkt in den Verhandlungen ist die Fragestellung, wie die Betriebsübernahme erfolgen soll. Wird das Unternehmen komplett gekauft, gibt es eine Pachtlösung oder liegt gar eine Vererbung oder Schenkung vor?
  • Preis und Bezahlung
    Damit ist man auch schon bei den finanziellen Details angekommen. Im Falle einer finanziellen Überlassung des Unternehmens braucht es einen festgelegten Preis und auch Vereinbarungen, wie dieser bezahlt werden soll und wann. Es gibt immer wieder auch die Möglichkeiten, den Kaufpreis in Raten zu bezahlen, denn viele Übergeber sind gar nicht am Geld sofort interessiert, sondern möchten ihr Herzstück weiter erfolgreich wirtschaften sehen und es liegt ihnen viel an der Sicherung der Arbeitsplätze, weshalb die Zahlungsmodalität eher selten ein Verhandlungsproblem darstellt.
  • Termine und Fristen
    Sind die Punkte geklärt, ist noch festzulegen, wann was zu passieren hat. Ein fixer Zeitrahmen und Zeitplan ist immer eine gute Lösung, weil beide Partner wissen, wann was zu passieren hat. Gibt es doch einmal eine Verzögerung, lässt sich dies mit Kommunikation einfach abklären.

Fragen Übernahmekosten

Bereits beim persönlichen Umfeld des Betriebsnachfolgers wurde die Finanzierung angesprochen. Sie ist das Um und Auf in der Betriebsnachfolge, denn ein zu hoher Kaufpreis kann ein Argument sein, das Risiko besser nicht einzugehen. Damit man aber überhaupt weiß, welche Kosten zu tragen sind, muss man die Kostensituation abklären können. Dabei ist aber nicht der Kaufpreis gemeint, sondern jene Kosten, an die man nicht sofort denken würde.

  • Beratungskosten
    Diese Kosten werden bei einer Betriebsübernahme höchstwahrscheinlich anstehen, weil man Beratung und Hilfe von außen brauchen wird. Viele junge Menschen möchten einen Betrieb übernehmen, sie werden auch von den Besitzerinnen und Besitzer gesucht, aber es fehlt vielfach an Fachwissen. Unternehmensberater und Steuerberater helfen gerne, aber dies ist keine Sozialleistung und die Kosten für die Hilfestellung müssen auch berücksichtigt werden.
  • Gebühren
    Die Ummeldung, diverse andere Amtsschritte und organisatorische Aufgaben führen zu Gebühren, die man bei den Gesamtkosten nicht vergessen sollte.
  • Steuern
    Aufpassen muss man auf etwaige Steuerbelastungen aufgrund der Betriebsübernahme. Die Steuern können zum Engpass führen, wenn man auf deren Forderungshöhe vergisst. Richtet man sich aber rechtzeitig darauf ein, stellen sie üblicherweise kein Problem dar. Sie sind aber auch ein nicht zu unterschätzender Teil der Kosten.
  • Investionskosten
    Dieser Punkt hängt davon ab, wie der Betrieb sich aktuell darstellt. Ein moderner Betrieb wird Investitionen kaum verlangen, ein veralteter Betrieb schon eher. Natürlich spielt es auch eine Rolle, ob man so weitermachen möchte wie bisher oder ob man mit dem Unternehmen neue Pläne verwirklichen möchte. Kommt es zu Investitionen, müssen die Kosten von Anfang an berücksichtigt werden.
  • Erbschaft
    Optional kann es eine Betriebsübernahme im Rahmen einer Erbschaft geben. Dabei muss geklärt werden, wie die rechtliche Situation aussieht. Oftmals gibt es keine Kosten, es kann aber auch sein, dass man die anderen Verwandten wie Schwestern und Brüder auszahlen muss. Falls dies der Fall ist, sind dies ebenfalls Kosten im Sinne der Betriebsnachfolge.

Fragen Durchführung der Übernahme

Wenn die offenen Fragen geklärt sind, gilt es, die Betriebsübernahme durchzuführen. Dazu sind einige Schritte notwendig, um auf der sicheren Seite zu stehen. Wichtig ist vor allem, dass ein Vertrag aufgesetzt wird und dass die Schriftform gewählt wird. Das ist zwar keine Pflicht, aber dringend anzuraten.

  • Finanzierung
    Als erstes muss die Finanzierung gesichert sein. Es ist nicht empfehlenswert, mit der Übernahme zu beginnen, bevor man nicht die Zusage auf dem Tisch liegen hat, dass die Gelder - beispielsweise im Rahmen eines Kredits - auch zur Verfügung stehen. Denn wenn dann doch etwas nicht klappt, hat man ein faustdickes Problem und gleich einmal einen soliden Fehlstart in das Unternehmen und natürlich auch in die Karriere als Unternehmer oder Unternehmerin selbst.
  • Vertrag
    Als nächstes ist der Übernahmevertrag aufzusetzen. Wie eingangs erwähnt, sollte dieser auf jeden Fall schriftlich erfolgen, damit beide Seiten ein Dokument in der Hand haben. Die Schriftform ist zwar nicht vorgeschrieben, bei einer Rechnungslegung ist es hingegen Pflicht schon alleine als Nachweis für die Umsatzsteuer. Eine bestimmte Form des Vertrages ist nicht vorgeschrieben.

    Der schriftliche Vertrag ist aber auch für das Vertrauen auf beiden Seiten wichtig, damit keine Unsicherheit entstehen. Denn das wäre dann eine Situation, die schnell unangenehm werden könnte, wenn der Eindruck entsteht, dass irgendetwas nicht passen könnte oder Vereinbarungen nicht eingehalten werden.
  • Gründung einleiten
    Zwar übernimmt man ein bestehendes Unternehmen, aber aus Sicht des Betriebsnachfolgers ist ein neues Unternehmen entstanden und das bedeutet, dass man dies auch bekanntgeben muss. Dazu zählt die Gewerbeanmeldung, die Information von Sozialversicherung und Finanzbehörde und je nach Unternehmen auch die Firmenbucheintragung. Je nach Unternehmen deshalb, weil nicht jedes Unternehmen auch im Firmenbuch eingetragen sein muss.

Fragen Ummeldungen

Bei großen Aktionen wie einer Betriebsübernahme denkt man sehr früh an die finanziellen Fragestellungen, aber nicht an die kleinen Schritte, die ebenfalls zur Betriebsnachfolge zählen. Diese kleinen Schritte dürfen aber nicht vergessen werden, wenn man mit dem nun übernommenen Unternehmen erfolgreich sein will, weil Ärger hält immer auf. Daher gibt es eine ganze Reihe von Ummeldungen, an die man nicht vergessen darf.

  • Lehrlinge
    Gibt es im Unternehmen Lehrlinge mit entsprechenden Lehrverträgen, dann muss die Wirtschaftskammer im Sinne der Lehrlingsstellen informiert werden.
  • Krankenkasse
    Auch bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es Ummeldungen und zwar bei der Gebietskrankenkasse, die den neuen Arbeitgeber kennen muss.
  • Fahrzeuge
    Gibt es Fahrzeuge im Rahmen des Unternehmens, dann muss die Versicherung wissen, dass der Eigentümer des Unternehmens ein neuer ist. Auch hier sind Ummeldungen durchzuführen.
  • Versicherungen
    Apropos Versicherungen: natürlich gilt die Ummeldung auch für die Versicherungen im Zusammenhang mit dem Unternehmen, damit die Versicherungsverträge auch weiterhin rechtlich gültig sein können.
  • Weitere Ummeldungen
    Je nach Situation gibt es noch viele weitere Punkte, die man anführen kann. Betreibt das Unternehmen eine Webseite, dann muss auch der Provider informiert werden, dass es nun einen neuen Besitzer gibt. Viele organisatorische Rahmenbedingungen verlangen Ummeldungen wie Kabelfernsehen, Internetdienste oder auch Telefondienste, damit die Daten wieder stimmen und aktuell sind.

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