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Gruppendruck in der Arbeitsgruppe

Gruppenmeinung steht über der Einzelmeinung

Auch im Freundeskreis kennt man den Gruppendruck, wenn vier Leute etwas unternehmen wollen und drei wollen ins Kino fahren und einer möchte aber lieber ins Freibad. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Einzelperson gewinnt ist gering und man schließt sich den anderen an, wobei dieser Gruppendruck meist kein negativer ist - es muss einfach eine Entscheidung gefunden werden.

Gruppe ist stärker als das stärkste Argument

Innerhalb der Gruppenarbeit gibt es den Gruppendruck aber auch und hier kann er zu negativen Folgen führen. Gruppendruck ist eines der Gruppenphänomene, die entstehen kann, wenn mehrere Menschen an einem Projekt arbeiten. Man definiert diese Entwicklung in dem Sinne, dass die Überzeugung einer Einzelperson weniger wichtig ist als die Überzeugung der ganzen Gruppe, auch wenn die Einzelperson vielleicht wichtige Hinweise mitgeben kann, die zu einem besseren Ergebnis führen. Dabei gibt es aber verschiedene Stufen von Gruppendruck vom freiwilligen Anschließen bis zum Drüberfahren von Einzelmeinungen.

Das freiwillige Anschließen ist eine Situation, in der die Gruppe sich einer Lösung nähert, die manchen in der Gruppe aber zuwider ist. Sie haben andere Vorstellungen, bessere Ideen oder Argumente, warum die Lösung keine gute ist oder zumindest wie man sie noch besser gestalten könnte. Da man aber keine Auseinandersetzung will und der Druck hin zur Lösung steigt, passt man sich an, vergisst seine Zweifel und unterstützt den aktuellen Vorschlag.

Im anderen Fall gibt es zwar die Einzelmeinungen als Argumentation, aber sie werden ignoriert, um die Gruppenmeinung voranzutreiben und zu einer Lösung zu führen. Hier haben sich nicht alle zur Lösung bekannt, doch die Mehrheit ist dafür und die anderen Meinungen werden vielleicht nicht vollständig ignoriert, vielleicht auch intensiv gehört, aber letztlich als nicht wichtig eingestuft, sodass die Gruppe mit ihrer Meinung sich durchsetzt, einzelne Fakten dagegen spielen keine Rolle.

In beiden Fällen kann es dazu kommen, dass die Arbeitsgruppe zwar zu einer Entscheidung und/oder Lösung kommt, aber das Ergebnis ist vielleicht nicht so gut wie es hätte sein können. Das muss natürlich nicht immer so sein, weil die Meinungen jener, die nicht dahinter stehen können oder wollen oder bessere Ideen zu haben glauben, müssen noch lange nicht im Recht sein.

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Viele Aufgaben werden im Unternehmen oder jeder anderen Organisation solo erledigt, aber es gibt größere Aufgaben oder neue Projekte, die in der Gruppe besser aufgehoben sind. Eine Gruppenarbeit braucht aber gewisse Voraussetzungen als Garantie für ein Gelingen. Ein analytisches Denken sowie die fachliche Kompetenz sind zwei der wichtigen Parameter, die erfüllt sein müssen. Es braucht also gewisse Qualifikationen für eine sinnvolle Mitarbeit in der Gruppe, ebenso wie die Motivation mitwirken zu wollen und die soziale Kompetenz.

Es kommt aber in der Gruppenarbeit immer wieder zu Gruppenphänomene, die wenig erwünscht sind. Der Gruppendruck und das Gruppenwesen sowie Gruppendenken werden dann oft genannt. Die Einzelmeinung geht unter, die Gruppe gibt den Takt vor, auch wenn man sonst anderer Meinung wäre. Es kann auch zur Übermotivation Einzelner kommen, die sonst vielleicht nicht gehört werden und manchmal auch zu Vielredner oder schlichtweg nervige Gruppenmitglieder werden.

Weitere Gruppenphänomene entstehen bei der Kommunikation, wenn manche Mitglieder mehr Info bekommen als andere. Die Aufteilung der Arbeitsauftrage und Kompetenzen kann zu einer sehr guten Arbeitsteilung führen, aber auch zu Reibereien in der Gruppe. Die kognitive Dissonanz ist ein Phänomen, bei dem man mit dem Ergebnis nicht glücklich ist. Ein anderer Prozess entsteht, wenn die Gruppe sich sehr stark fühlt und mehr wagt als geplant war, man spricht dann vom Risikoschub in der Gruppenarbeit.

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Infos zum Artikel

Gruppendruck bei GruppenarbeitArtikel-Thema: Gruppendruck in der Arbeitsgruppe
Beschreibung: Als Gruppendruck wird bei einer Arbeitsgruppe das Phänomen bezeichnet, wenn die Gruppenmeinung über der Einzelmeinung steht.

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Wer das letzte Bearbeitungsdatum angeben will oder muss: letztes Datum: 05. 09. 2020