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Volkswirtschaftliche Rechnung (VGR)

Wirtschaftskreislauf: Säulen der Volkswirtschaft

Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung (meist nur VGR abgekürzt) ist die Zusammenführung aller Werte, die eine Volkswirtschaft betreffen. Ihre Grundlage ist der Wirtschaftskreislauf, der sich um die Eckpfeiler der Volkswirtschaft spannt. Die Eckpfeiler sind dabei die privaten Haushalte, die Unternehmen, der Staat selbst, die Finanzmärkte sowie das Ausland mit dessen Nachfrage und Angebote.

Verbindungen der volkswirtschaftlichen Rechnung VGR

Jede dieser Säulen hat Querverbindungen zu den anderen, denn die privaten Haushalte kaufen bei den Unternehmen ein, der Staat reguliert den Markt und ist selbst aber auch zum einen Arbeitgeber, zum anderen Auftraggeber etwa bei der Infrastruktur und vielen anderen Bereichen. Die Finanzmärkte verknüpfen private Anleger und professionelle Anbieter sowie den Staat mit Anleihen selbst.

Und so greift jede Einheit in der einen oder anderen Form auf die andere Einheit zu und es entsteht das, was die Grundlage der Volkswirtschaftlichen Rechnung ausmacht - nämlich der Wirtschaftskreislauf an sich. Man kann nicht jede dieser Säulen isoliert betrachten, weil dann hätten die privaten Haushalte keine Arbeitsplätze und auch nichts zu essen, die Unternehmen würden nicht existieren können und der Staat wäre auch erledigt. Erst durch die Verknüpfung dieser Einheiten wird die Gesamtheit der Volkswirtschaft erreichbar.

Die Eckpfeiler in der VGR im Detail

Private Haushalte

Haushalt und Staat

Die Wechselwirkung zwischen den privaten Haushalten und dem Staat sind auf mehreren Ebenen gültig und wichtig. Viele Menschen arbeiten als Angestellte (Vertragsbedienstete oder Beamte) in den Behörden des Staates und verdienen sich so Lohn und Gehalt. Die Haushalte stellen also Arbeitsleistungen zur Verfügung und erhalten die Arbeitnehmerentgelte - das Einkommen.

Außerdem zahlen die Haushalte Steuern von der Lohn- bzw. Einkommensteuer bis zur Umsatzsteuer, die dem Staat zugute kommen. Im Gegenzug finanziert der Staat in die Infrastruktur und stellt Sozialleistungen zur Verfügung, was wiederum den Haushalten Vorteile bringt.

Haushalt und Finanzmärkte

Wenn sich die Haushalte entschließen, Geld auf die Seite zu legen, dann sparen sie und tragen das Geld zu den Finanzmärkten (Banken). Mit diesem Geld werden Kredite für die Wirtschaft finanziert.

Die privaten Kredite haben keine Wechselwirkung, weil Kredite, die aufgenommen wurden, um ein Auto zu kaufen, sind Geldleistungen, die sofort den Unternehmen übertragen werden, um das Auto zu beziehen. Daher geht das Geld fast direkt von den Finanzmärkten zu den Unternehmen.

Haushalt und Unternehmen

Viele Menschen sind in den Unternehmen beschäftigt und erbringen Arbeitsleistungen, die auch als Produktionsfaktoren bezeichnet werden. Als Gegenleistung gibt es das Arbeitnehmerentgelt, also Lohn und Gehalt ergo das Einkommen. Mit diesen Geldern werden Umsatzerlöse für die Unternehmen generiert, als deren Gegenleistung Waren und Dienstleistungen von den Unternehmen bereitgestellt werden.

Unternehmen

Unternehmen und Haushalte

Die Menschen der privaten Haushalte arbeiten bei den Unternehmen und erbringen ihre Arbeitsleistung, auch Produktionsfaktoren bezeichnet. Als Gegenleistung erhalten sie Löhne und Gehälter als Arbeitnehmerentgelt, womit sie Waren und Dienstleistungen einkaufen, die den Unternehmen Umsatzerlöse einbringen.

Unternehmen und Staat

Der Staat kauft auch bei den Unternehmen ein und erzeugt so Umsatzerlöse, erhält dafür Leistungen in Form von Dienstleistungen und Konsumgüter. Die Unternehmen zahlen außerdem Steuern und erhalten Subventionen vom Staat. Außerdem profitieren die Unternehmen von der Infrastruktur, in die der Staat mit Steuermittel finanziert.

Unternehmen und Finanzmärkte

Die Finanzmärkte stellen Gelder zur Verfügung, die die Unternehmen für das Investieren brauchen. Das können Erneuerungen im Unternehmen sein wie neue Maschinen, aber auch zusätzliche Erweiterungen, neue Filialen oder neue Projekte, in die die Unternehmen investieren und wofür sie Geld brauchen. Das Geld kommt von den privaten Haushalten, die sich für das Sparen entschlossen haben und dieses Geld den Finanzmärkten (Börse, Banken) zur Verfügung stellt.

Unternehmen und Ausland

Die Unternehmen exportieren ihre Güter in das Ausland und beziehen damit Exporterlöse. Umgekehrt importieren sie aber auch Rohstoffe und Waren, die wiederum zu Importausgaben führen.

Staat

Staat und private Haushalte

Die Menschen der Haushalte arbeiten beim Staat als Arbeiter und Angestellte und verdienen das Arbeitnehmerentgelt, indem sie ihre Arbeitsleistung zur Verfügung stellen. Mit diesen Löhnen und Gehältern können sie Waren bei den Unternehmen einkaufen. Außerdem zahlen die Haushalte Steuern, beziehen im Gegenzug Sozialleistungen und profitieren auch von der Infrastruktur, die der Staat finanziert.

Staat und Unternehmen

Der Staat kauft natürlich auch Dienstleistungen und Konsumgüter bei den Unternehmen ein und erzeugt so Umsatzerlöse für die Unternehmen. Der Staat erhält zudem Steuern und zahlt einen Teil als Subventionen wieder aus. Auch die Unternehmen können die Infrastruktur ausnützen, in die der Staat investiert.

Staat und Ausland

Die Importe und Exporte stellen einen Austausch zwischen den Unternehmen und dem Ausland dar, aber der Staat spielt dabei insoferne eine Rolle, als er auch Aufträge an das Ausland, also an ausländische Unternehmen, erteilen kann.

Finanzmärkte

Die Finanzmärkte haben im Gegensatz zu Haushalte oder Unternehmen einfache Positionen im Wirtschaftskreislauf. Eigentlich sind es nur zwei Verknüpfungen, die aber wesentlich sind, damit die wirtschaftliche Entwicklung gelingen kann. Als Finanzmärkte sind dabei die Börsen ebenso ein Thema wie auch die Banken, also der Handel mit Aktien und Investmentfonds als Anlageform genauso wie das Sparbuch und natürlich die Banken als Kreditmärkte für die Unternehmen.

Finanzmärkte und private Haushalte

Die privaten Haushalte entschließen sich gerne zu sparen, sei es als Vorsorge oder sei es für ein konkretes Ziel und das Geld landet in den Finanzmärkten. Ob in Form eines Investmentfonds oder in Form eines Sparbuches oder eines Bausparens spielt dabei keine Rolle. Die Banken bieten als Kreditmarkt dieses Geld den Unternehmen an, damit diese investieren können und sind damit die Umverteilungszentrale für das überschüssige Geld.

Wenn die privaten Haushalte Geld in Form von Darlehen oder Kredite aufnehmen, dann tun sie dies, um sich etwas zu kaufen - sei es Konsumgüter wie Auto oder Wohnungseinrichtung oder sei es Dienstleistung für die Bautätigkeiten oder ähnliche Aktivitäten. Das Geld geht also zwar zuerst zum Haushalt, landet aber beim Unternehmen, weshalb eine direkte Verbindung von den Finanzmärkten zu den Unternehmen zu sehen ist und nicht zu den Haushalten.

Finanzmärkte und Unternehmen

Die Unternehmen brauchen Geld, das sie von den Finanzmärkten, vor allen natürlich von den Banken beziehen können. Damit ist auch eine weitere Wechselwirkung zwischen Haushalt und Unternehmen hergestellt, wobei diese aber als Zwischenstation die Finanzmärkte aufweist.

Ausland

Das Ausland spielt ebenfalls eine große Rolle in der Volkswirtschaft, denn durch Importe und Exporte gibt es einen regen Austausch, ohne dem die Herstellung bestimmter Produkte gar nicht möglich wäre - zum Beispiel Rohstoffe aus anderen Ländern, die es im eigenen Staatsgebiet nicht gibt.

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Infos zum Artikel

Volkswirtschaft VGR Volkswirtschaftliche RechnungArtikel-Thema: Volkswirtschaftliche Rechnung (VGR)
Beschreibung: Grundlagen über die volkswirtschaftliche Rechnung (VGR) und den Wirtschaftskreislauf zwischen Haushalt, Staat, Unternehmen und Märkte.

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