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Industrie 4.0

Die Industrie im Digitalisierungszeitalter

Wenn von der Industrie gesprochen und geschrieben wird, dann findet man immer öfter einen Begriff vor, der an das Internet und die Softwareversionen erinnert - Industrie 4.0. Es sprechen sehr viele Menschen darüber, aber nicht jedem ist wirklich klar, was damit eigentlich gemeint ist. Es klingt irgendwie wie eine neue Version eines bekannten Betriebssystems für den Computer oder ähnliche Programme für verschiedene Zwecke und das ist nicht ganz zufällig so.

Denn mit dem Begriff wird auch auf die Digitalisierung aufmerksam gemacht und diese hat uns längst erreicht - oder wann waren Sie das letzte Mal im Laden um die Ecke, um einen Film entwickeln zu lassen? Die Digitalkamera hat das längst erledigt und eigentlich ist diese auch schon in einer schweren Situation, weil das Smartphone mit seiner integrierten Kamera diesen Job übernommen hat. Alleine das Beispiel zeigt auch die Geschwindigkeit, mit der Veränderungen einher gehen. Digitalisierung und Wirtschaft verzahnen sich immer intensiver und das ist auch das Kernthema von Industrie 4.0.

Was bedeutet Industrie 4.0 eigentlich?

Unternehmen Industrie 4.0Der Name wurde gewählt, weil es sich um die vierte Industrierevolution handelt. Die erste war mit dem Webstuhl erfolgt, wodurch die industrielle Revolution überhaupt zu ihrem Namen kam. Der Computer, der in die Büros eingezogen ist, war auch eine wesentliche Veränderung der Arbeitswelt, hat aber eigentlich mehr Arbeitsplätze gebracht als verbrannt. Mit 4.0 wird auf die nächste Stufe hingewiesen und so kam es auch zum Namen.

Grundlage ist die Digitalisierung in der Arbeitswelt, wobei die Industrie als erstes genannt wird, sie ist aber nicht alleine von der Digitalisierung betroffen.

Das Beispiel schlechthin ist der Roboter, der mit Maschinen kommunizieren und eigenständig agieren kann. Er ersetzt Menschen, die diese Aufgaben bisher übernommen hatten und es kann also auch um drei Uhr am Morgen Entscheidungen geben, bei denen ein Mensch gar nichts mehr zu melden hat. Gesteuert wird über die Software, also über Programme, die die Abläufe regeln. Das passiert heute schon in jedem Wohnzimmer beim Computer durch Programme im Hintergrund, die man gar nicht kennt. In der Industrie werden immer mehr Abläufe in dieser Richtung gestaltet, sodass die Automatisierung noch weiter gesteigert werden kann.

Aber wer nun an die Fabriken denkt, denkt zu kurz. Denn die Digitalisierung hat längst auch alltägliche Bereiche erfasst und Entwicklungen lassen sich schon ablesen, vor allem durch die großen IT-Konzerne. Man denke an die vielen Bestrebungen, Autos eigenständig steuern zu lassen oder an die Drohnen, die die Postpakete zustellen sollen. Was anfangs belächelt wurde, wird immer konkreter.

Ein weiteres alltägliches Beispiel für die Digitalisierung ist der Online-Shop. Man verkauft nicht über das Straßengeschäft, sondern über das Internet.

Industrie 4.0: Chance oder Albtraum?

Was bedeutet das aber jetzt für die Wirtschaft als Ganzes: verliert man Millionen Arbeitsplätze, wie dies oftmals zu lesen ist oder werden gar neue geschaffen? Zur Zeit der Fernschreiber in den Buchhaltungen so mancher Behörde war von der Wegrationalisierung hunderter Arbeitsplätze die Rede - in Wirklichkeit gab es danach sogar mehr Arbeitsplätze als davor.

Doch wenn nun Autos von selbst fahren können, braucht man keine Taxilenker/innen mehr und der LKW wird wohl der nächste Schritt sein. Die Postzustellung wird durch Technik ersetzt und so gibt es viele Szenarien, bei denen sehr wohl sehr viele Arbeitsplätze verloren gehen könnten, wobei es keinen Plan B gibt, wie diese neu geschaffen werden sollen. Was den Online-Shop betrifft, so hat die Verdrängung längst begonnen. Allerdings war die ursprüngliche Verdrängung in der Stadt dadurch gegeben, dass die Einkaufszentren die kleinen Fachgeschäfte verdrängt haben, die Onlineverkäufe stehen zusätzlich als Konkurrenz parat, wobei viele sowohl im Laden als auch via Internet verkaufen und damit zweispurig fahren.

Mehr Arbeitsplätze wird man aber auch dann nicht erreichen, wenn alle auf Onlineverkauf umstellen würden - im Gegenteil: die Fachverkäuferinnen und Fachverkäufer braucht es online nicht in der bekannten Zahl. Also auch hier muss Skepsis durchaus angebracht sein.

Beispiele, wodurch viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden, sind Mangelware. Schon früher gab es solche Sorgen, aber diese wurden nicht bestätigt - es hat sich der Arbeitsmarkt nur verlagert. Man brauchte mehr Leute für Programmierung und IT-Dienstleistungen, doch nun haben doch viele Zukunftsforscher Zweifel, ob die Industrie 4.0 nicht nur den Profit der großen Konzerne erhöhen, während für die Gesellschaft die Zahl der Arbeitsplätze spürbar zurückgeht. Vor allem Menschen mit geringerer Ausbildung sehen einer problematischen Zukunft entgegen.

Aus Sicht der Unternehmen stellt sich eine andere Frage: wer nicht mitspielt, verliert seine Wettbewerbsfähigkeit. Das merken heute schon kleine Unternehmen, die von den Kundinnen und Kunden nach der Adresse des Onlineangebots gefragt werden und Staunen in den Gesichtern ablesen, wenn es ein solches gar nicht gibt. Nicht nur die großen Maschinenparks müssen sich umstellen, sondern auch die kleinen Unternehmen und das kann wohl eine Chance sein, weil man per Internet auch weltweit anbieten kann, aber man verliert auch die Stammkundschaft, wenn man sich zu sehr auf das Internet konzentriert.

Letztlich weiß man schlichtweg nicht, wie sich diese neue Revolution abspielen wird und wie die Konsequenzen aussehen. Dass sich die Technologien immer mehr und immer schneller verändern, ist hingegen gewiss.

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