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Die Wichtigkeit der Stahlindustrie in Deutschland

Bedeutung der Stahlverarbeitung

In der Europäischen Union ist Deutschland der größte, weltweit der siebtgrößte Stahlhersteller hinter China, Japan, Indien, USA, Russland sowie Südkorea. Als eine der Basisindustrien und gleichzeitig Rückgrat der deutschen Volkswirtschaft ist die Stahlbranche unverzichtbar, auch für die Wertschöpfungsketten hat sie eine besondere Bedeutung. Im Jahr 2020 wurden rund 36 Millionen Tonnen Rohstahl produziert. Ein Viertel der gesamten Rohstahlerzeugung in der EU entfällt auf Deutschland.

Stahl: unersetzlicher Werkstoff in vielen Bereichen

In integrierten Hüttenwerken wie Hochofen, Stahl- und Walzwerk werden rund 70 Prozent des Stahls erschmolzen. Die Herstellung des verbleibenden 30-prozentigen Anteils erfolgt über die Elektrostahlroute (Einsatz von Stahlschrott). Etwa 31 Millionen Tonnen betrug 2020 die Erzeugung von warmgewalzten Stahlprodukten. Nordrhein-Westfalen ist mit 40 Prozent des Gesamtvolumens das führende Bundesland in der Stahlerzeugung. Die Stahlindustrie ist mit einigen anderen Industriebranchen eng verflochten. So trägt sie beispielsweise zu den Erfolgen des Maschinenbaus sowie dem Automobilsektor bei. Wir treffen sowohl auf viele umweltrelevante als auch Alltagsprodukte aus Stahl, darunter:

  • Windkraftanlagen
  • Turbinen zur Energieerzeugung
  • leichtere Automobilkarosserien
  • Stangenscharniere im Haushalt, die für Klaviere, Flügel und auch Möbel häufig eingesetzt werden
  • zahlreiches Kücheninventar wie Herd, Kühlschrank, Töpfe, Besteck
  • Werkzeuge sowie Schrauben, Muttern etc.

Bedeutendste Arbeitgeber in der Industrie: stahlintensive Branchen

Neben der Automobilbranche und dem Maschinenbau sind das Baugewerbe, die Elektrotechnik sowie die Stahl- und Metallverarbeitung wichtige Abnehmersektoren. Die stahlintensiven Branchen bieten mit rund vier Millionen Beschäftigten zwei von drei Arbeitsstellen aller Industriearbeitsplätze in Deutschland. Im Einzelnen stellen sich die Anzahl der Arbeitsplätze und der Stahlanteil an Vorleistungen (Stand 2019) wie folgt dar:

  • Automobilindustrie: 847.000 / 12 Prozent
  • Maschinenbau: 1.089.000 / 20 Prozent
  • Elektrotechnik: 784.000 / 8 Prozent
  • Ernährungsgewerbe: 619.000 / 1 Prozent
  • Chemische Industrie: 344.000 / 1 Prozent
  • Bauhauptgewerbe: 872.000 / 10 Prozent
  • Stahl- und Metallverarbeitung: 718.000 / 59 Prozent
  • verarbeitendes Gewerbe einschließlich Bau: 6.442.000

Die Stahlindustrie gilt weiterhin als ein wichtiger Abnehmer für eine Vielzahl an Zulieferbranchen. Dies begründet sich zum Teil auf eine hohe Vorleistungsintensität – ein 145 Millionen Tonnen starkes jährliches Transportvolumen entfällt auf die Stahlindustrie. Hinzu kommen umfassende Angebote in der Produktion, lange Produktionsketten sowie begleitende Dienstleistungen, die von der Roheisenerzeugung bis zum gewalzten Stahl reichen.

Bedeutung der Stahlindustrie in Deutschland
Bildquelle: Pixabay.com / jannonivergall

Verschiedene Studien zur volkswirtschaftlichen Bedeutung der Stahlindustrie in Deutschland zeigen auf, dass jeder Euro zusätzliche Wertschöpfung im Stahlsektor rund zwei Euro Wertschöpfung in vorgelagerten Branchen generiert. Außerdem wurde empirisch belegt, dass jeder einzelne Arbeitsplatz in der Stahlindustrie für fünf bis sechs weitere Mitarbeiter in Zulieferindustrien sorgt.

Bekannte deutsche Stahlproduzenten

Mit dem Werkstoff Stahl können natürliche Ressourcen in großem Umfang eingespart werden, denn er zeichnet sich durch vollständige Recycelbarkeit aus. Zu den größten Stahlproduzenten Deutschlands zählen:

  • thyssenkrupp Steel Europe AG – Produktion von rund zwölf Millionen Tonnen Rohstahl
  • ArcelorMittal Germany Holding GmbH – Produktion von rund acht Millionen Tonnen Rohstahl
  • Salzgitter AG – Produktion von rund 6,6 Millionen Tonnen Rohstahl

Weltstahlmarkt stellt Deutschland vor eine große Herausforderung

Bereits über einen etwas längeren Zeitraum ist die Stimmung auf dem Weltstahlmarkt durchwachsen. Erstmalig seit dem Jahr 2015 sind gemäß Schätzungen der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) die weltweiten Produktionskapazitäten von Rohstahl wieder auf rund 2,3 Milliarden Tonnen angestiegen. Im gleichen Atemzug erhöhten sich die weltweiten Überkapazitäten auf etwa 440 Millionen Tonnen. Grund dafür ist der nicht in gleichem Maße hohe Anstieg der Stahlnachfrage. Darüber hinaus hat sich die ohnehin bestehende Lücke zwischen Kapazität und tatsächlicher Produktion weiterhin vergrößert. Eine Verschärfung der Situation bewirkte zudem die Corona-Pandemie.

Generell ist der Weltstahlmarkt von einer starken internationalen Wettbewerbsintensität geprägt. Diese Tatsache wirkt sich selbstverständlich negativ auf die erzielbaren Preise aus. Eine erhebliche Beeinträchtigung erfolgt seitens der chinesischen Stahlproduktion und -exporte. Mit einem Anteil von rund 50 Prozent an der globalen Produktion ist China mit Abstand der weltgrößte Produzent. In dem ostasiatischen Land sind deutliche Sättigungstendenzen erkennbar, die eine nachlassende Dynamik der Stahlnachfrage begründen – eine ausreichende Anpassung der Kapazitäten erfolgt nicht. Dies führt dazu, dass die deutsche Stahlindustrie auch weiterhin in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld agieren muss.

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