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Energiepreise und Staat

Steuern, Steuerung und Kostenlage bei der Energie

Der Mensch ist abhängig von der Energie, denn ohne Treibstoff gibt es kein Autofahren, kein Motorradfahren und der LKW bringt auch nicht die Milch in den nächsten Supermarkt. Ohne Heizöl oder Gas wird die Heizung arbeitslos und es bleibt in der Wohnung kalt - gleiches gilt für alle anderen Energiemöglichkeiten wie die Fernwärme. Diese Abhängigkeit ist bestens bekannt und führt dazu, dass verschiedene Interessenten entsprechend am Markt agieren, das gilt für die Anbieter ebenso wie für die Anleger an der Börse bei den Energiepreisen als auch für den Staat selbst. Und damit kommt das große Thema der wahren Energiekosten zum Tragen, wobei sich der Staat im Widerspruch befindet.

Energiekosten: brutto ist nicht netto

Wenn man sein Fahrzeug an der Tankstelle mit einer neuen Ladung Sprit (Benzin, Diesel) füllt, dann hat man das Gefühl, dass man nicht nur den Treibstoff bezieht, sondern auch für den Staat zahlt und dieser Eindruck ist nicht falsch. Denn zusätzlich zum Rohstoff, der schon durch den Börsenhandel verteuert werden kann, gibt es auch Steuern, wodurch der Staat mit jedem Liter mitverdient. Das gilt für das Heizöl genauso und auch andere Energieformen wie Strom und Gas bringen dem Staat viel Geld, sind aber ein Kostenfaktor - für die Unternehmen genauso wie auch für die Privathaushalte.

Dabei gibt es aber auch von Land zu Land und manchmal sogar von Region zu Region Unterschiede und das wird besonders stark offenbar, wenn man sich die Werte aus den verschiedenen Preislisten ansieht. Das österreichische Wirtschaftsministerium veröffentlicht regelmäßig die Preismonitore für Energiekosten und am Beispiel vom Heizöl leicht zeigt sich, wie sehr sich brutto und netto unterscheiden - nämlich nicht nur, was die Kosten selbst betrifft, sondern auch, wie verschieden die Nationalstaaten reagieren.

Beispiel für brutto und netto

Grundlage: Heizöl leicht
Datum: 13. Februar 2017
Quelle: Preismonitor Wirtschaftsministerium

Die Top drei beim Heizöl leicht netto sind (Euro/Liter):
0.615 Malta
0.590 Italien
0.582 Dänemark

Die günstigsten Länder sind:
0.421 Slowenien
0.384 Rumänien
0.357 Niederlande

Die Top drei beim Heizöl leicht brutto (Euro/Liter):
1.221 Ungarn
1.211 Italien
1.154 Schweden

Die günstigsten Länder sind:
0.585 Belgien
0.582 Litauen
0.556 Luxemburg

Vergleicht man nun die Nettowerte mit den Bruttowerte, so erkennt man, dass mit Ausnahme von Italien immer andere Länder genannt werden. In Ungarn ist zum Zeitpunkt der Preisliste das Heizöl am teuersten, aber Ungarn war nicht unter den drei teuersten Länder beim Nettopreis. Umgekehrt ist in Belgien, Litauen und Luxemburg das Heizöl am günstigsten, alle drei Länder waren aber nicht bei den günstigsten im Nettobereich.

Die Unterschiede kommen durch die steuerlichen Rahmenbedingungen zustande. Und das Spiel gibt es bei allen Energieformen mit Ausnahme natürlich der Solarenergie.

Der Staat und die Energiekosten

Aber die steuerliche Seite ist nur ein Teil, wenn man den Staat in Zusammenhang mit den Energiekosten betrachtet. Es gibt neben den Steuern, die die Treibstoffe oder auch das Heizöl sowie Gas und Strom verteuern andere Interessenten wie etwa die Anlegerinnen und Anleger, die an der Börse mit den Rohstoffen handeln. Besonders das Rohöl (Erdöl) ist ein beliebtes Thema. 2008 gab es vor Beginn der globalen Finanzkrise einen Boom und es wurde mit dem Rohöl spekuliert wie noch nie zuvor. Über 160 US-Dollar kostete daraufhin ein Fass Rohöl (159 Liter) und das hatte zur Folge, dass das Brot teurer wurde. Nicht, weil der Bäcker seine Preise erhöhen wollte, sondern weil die Zustellung von Rohstoffen wie dem Mehl sich so verteuert hatte.

Der Staat hatte damit sehr gutes Geld eingenommen, aber gleichzeitig war klar, dass die Pendlerinnen und Pendler enorme Mehrkosten zu tragen hatten, weshalb es Maßnahmen gab, die Pendlerpauschale zu erhöhen. Also hatte der Staat gleichzeitig mehr Ausgaben aufgrund dieser speziellen Situation. Probleme gab es auch beim Heizen, weil die Haushalte einem enormen Zuwachs an Kosten für das Heizöl gegenüber gestanden sind und für sozial nicht so gut gestellte Menschen war das nicht einfach zu verdauen.

Die Steuern bieten die Möglichkeit, bei Treibstoff und anderen Energieformen Geld zu verdienen, sie sollen aber vor allem das, was ihr Name verrät: steuern. Angesichts des Klimawandels sind Fahrzeuge mit Elektromotor zu fördern, Fahrzeuge mit Dieselmotor oder Benzinmotor zu bestrafen. Die Abgaswerte sind ein Weg, um bei den steuerlichen Tarifen Umweltsünder zur Kasse zu bitten, aber damit lässt sich der Klimawandel alleine nicht abwenden.

Die Energiekosten werden auch weiterhin mit dem Erdöl verbunden bleiben, selbst wenn zahlreiche Gebäude schon auf Solarenergie setzen oder andere Wege gefunden wurden und die Elektroautos modern werden. 

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Wirtschaftspolitik EnergiepreiseArtikel-Thema:
Energiepreise und Staat
letztes Datum:
13. 11. 2019

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