Bei der Suche nach dem richtigen Absatzkanal kann man sich auch die Zusammenarbeit mit dem Fachgeschäft überlegen. Das Fachgeschäft unterscheidet sich von großen Versandhäusern oder großen Kaufhäusern dadurch, dass es sich auf ein bestimmtes Thema konzentriert und damit für Fachberatung ein geeigneter Ort ist.
Das Fachgeschäft konzentriert sich auf einen bestimmten Bereich von Waren und Angeboten. Man verkauft nicht jedes und alles, sondern hat ein bestimmtes Thema, in dem man aber sehr viel Wissen, Erfahrung gesammelt hat. Daher kann man mit Beratung punkten, weil man über das gewählte Thema viel weiß und eine große Produktpalette anbieten kann. Das Fachgeschäft kann somit in einem gewählten Bereich viele Fragen abdecken, ist aber für andere Bereiche nicht zuständig. Wer Sportartikel verkauft, wird in seinem Fachgeschäft keine Hilfe bei Fernseher bieten können.
Beispiele für Fachgeschäfte sind Geschäfte, die Sportartikel anbieten oder Modeartikel zusammenstellen. Auch die Möbelhäuser kann man in diesem Zusammenhang nennen. Es handelt sich dabei um Filialen, häufig auch Franchise-Unternehmen, die Produkte der Hersteller den Kundinnen und Kunden vorstellen und zum Kauf anbieten. Beim Sportartikelhändler kann man sich genau informieren, welcher Heimtrainer für das Training zu Hause am besten geeignet ist oder man kann auch beim Spielzeug-Fachgeschäft eine Lösung finden, was für die Kinder am geeignetsten sein könnte.
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Die Fachgeschäfte unterscheiden sich von den großen Märkten dadurch, dass sie mit ihrer fachlichen Qualität punkten wollen. Dass die Kritik laut wurde, dass die Fachberatung gar nicht so gut ist, ist ein Stolperstein, an dem gearbeitet wird. Generell ist die Qualität aber durchaus ansprechend, dennoch hat dieser Absatzkanal ein Problem bekommen, weil selbst den Fachgeschäften die Leute abhandenkommen, die schon genau wissen, was sie wollen und die Produkte lieber per Internet in den Online-Shops kaufen.
Dabei können die Fachgeschäfte aber auch mitspielen, die sehr wohl mit einem eigenen Shop im Web punkten und die Produkte anbieten, die sie in den Geschäften ebenso verkaufen. Damit sind sie auf beiden Ebenen tätig und das kann für den Hersteller eine sehr interessante Kombination darstellen, wenn er auf der Suche nach einem Absatzkanal ist und keinen Direktvertrieb durchführen möchte. Die Konsumentinnen und Konsumenten sind auf Beratung häufig angewiesen, aber das Problem für das Fachgeschäft ist auch hier das Internet insofern, als es mit wildfremden Menschen einen Erfahrungsaustausch geben kann. Die Leute sind also oft bestens informiert, bevor sie das Fachgeschäft aufsuchen und enttäuscht, wenn die Information an Ort und Stelle nicht entsprechend hochwertig ist.
Es gibt aber noch andere Sorgenkinder für die Fachgeschäfte. Und eines davon ist der Trend, dass man doch die Beratung benötigt und die Fachgeschäfte aufsucht, um zu besprechen, was am besten wäre. Doch gekauft wird nicht, weil man dann zu Hause per Internet den Preisvergleich heranzieht und beim günstigsten Anbieter einkauft, der die Beratungsleistung aber nicht erbracht hat. Dieses Problem wird immer öfter offenbar und schädigt eigentlich die Fachgeschäfte und ihr gut ausgebildetes Personal, während die Billiganbieter im Internet massiv von der Beratung profitieren - sie lagern diese quasi aus, ohne auch nur einen Eurocent dafür zahlen zu müssen und haben den großen Gewinn.
Eine Lösung für das Problem ist nicht in Sicht, Ideen wie Gebühren gibt es aber schon.
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