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Grenztourismus oder Tanktourismus

Grenznähe für günstigeren Einkauf nutzen

Beim Tourismus denkt man in erster Linie an den Urlaubsaufenthalt, traditionell über eine Woche oder einen längeren Zeitraum. Doch auch Ausflüge sind Teil des Tourismus und es gibt Sonderformen, die mit der ursprünglichen Überlegung nicht viel gemein haben, doch dennoch ein wichtiger und auch umstrittener Teil des Themas sind. Ein Beispiel ist der Grenztourismus, für den es einige weitere Begriffe gibt.

Was ist der Grenztourismus?

Der zusammengesetzte Begriffe enthält die Reise (Tourismus) und die Grenznähe (Grenz) und führt alle Aktivitäten zusammen, die in Grenznähe unternommen werden, wobei die Landesgrenze überschritten wird. Begriffe alternativ zum Grenztourismus sind Einkaufstourismus und vor allem auch Tanktourismus, zum Teil kann man den Medizintourismus auch anführen. Dieser gilt zwar auch, wenn man eine Fernreise unternimmt und sich in anderen Ländern günstig operieren lässt, aber in Grenznähe spielt er auch eine Rolle.

Gründe und Folgen des Grenztourismus

Hintergrund ist, dass das Tanken zum Beispiel im Nachbarland günstiger ist als im eigenen und wenn man nur 30 Kilometer von der Grenze entfernt ist, kann man bequem eine kleine Spritztour zum Nachbarland machen, um den Tank wesentlich preiswerter zu füllen. Das ist gut für die Tankstelle im Nachbarland, aber eine Katastrophe für die heimischen Anbieter und so gibt es auch auf nationaler Ebene den Effekt, dass an der Grenze das Tanken günstiger ist als zum Beispiel innerhalb des Staates, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Wie bereits am Beispiel des Tankens ausgeführt, hat man als Unternehmen in Grenznähe eine ganz andere Konkurrenzsituation als 300 Kilometer von der Grenze entfernt. Niemand fährt 300 Kilometer hin und dann wieder retour, zumal man dann wieder tanken müsste. Aber bei einer Lebenssituation in der Nähe von Staatsgrenzen kommt es zu Angeboten, die die Überfahrt der Staatsgrenze lohnend machen.

Die Konkurrenzsituation ist dabei schwierig, weil sie nicht von Angebot und Nachfrage alleine geprägt ist, sondern weil unterschiedliche Rahmenbedingungen gelten. Wenn die Steuern im Nachbarland viel niedriger sind, die Arbeitskosten reduziert, dann hat man kaum die Möglichkeit, den gleichen Preis zu bieten. Beim Tanktourismus klagten viele in Bayern über das Tankverhalten der Landsleute, die nach Österreich gereist sind, um den Tank zu füllen.

Anders ist die Situation in Ostösterreich in Bezug auf Leute, die nach Ungarn oder in die Slowakei fahren, um dort zum halben Preis ein Mittagessen zu genießen. Ausflüge sind viel günstiger, das Einkaufen im Einkaufszentrum ebenfalls. Der Einkaufstourismus ist damit auch schon umrissen. Auch die Dienstleistungen können zum Thema werden, wenn man den Friseur um den halben Preis in Anspruch nehmen kann. Für die heimischen Betriebe in Grenznähe ist das ein Problem.

Und so gibt es Gewinner und Verlierer durch diese spezielle Form des Tourismus, wobei die Nähe zur Grenze das Kriterium ist. Fördermaßnahmen seitens der Politik sollen helfen, Verluste auszugleichen und in der Preispolitik dagegen zu halten, aber das hilft auch nur bedingt.

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Tourismus Grenztourismus TanktourismusArtikel-Thema:
Grenztourismus oder Tanktourismus
letztes Datum:
09. 07. 2019

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