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Personalführung Ansätze

Überlegungen und Konzepte zur Führung des Personals

Im Zusammenhang mit den Führungskräften und dem Thema Führung oder auch Personalführung sind einige Ansätze entstanden, die Fakten liefern wollen, warum die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überhaupt geführt werden müssen oder warum es überhaupt Führungskräfte im Unternehmen, selbst in den kleinen Abteilungen braucht.

Theorien zur Führung im Unternehmen

Dabei haben sich fünf verschiedene Ansätze etabliert, die aber wenige Fakten liefern. Sie vermitteln eher den Eindruck, das Dasein der Führung zu rechtfertigen. Dennoch braucht es offenbar Führung und damit Führungskräfte, weil in den meisten Unternehmen genau solche Strukturen vorzufinden sind, auch wenn die Durchführung sehr unterschiedliche Methoden zeigt.

Die fünf Ansätze, die auch als ideologisch motiviert umschrieben werden können, bieten folgende Aussagen an:

  • Menschen wollen geführt werden
  • Menschen müssen geführt werden
  • Hierarchie ist ein universelles soziales Prinzip
  • Entwicklung wird von Eliten vorangetrieben
  • Führung ist funktional

Der erste Ansatz geht davon aus, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht fähig wären, selbst Entscheidungen zu treffen und sich ihre Aufgaben einzuteilen. Im zweiten Fall geht man davon aus, dass sie die Entscheidungen gar nicht treffen können, weil die Zusammenhänge fehlen.

Die Hierarchie als Argument von Ansatz Nummer drei geht davon aus, dass das soziale Leben eine Struktur braucht und daher muss diese auch am Arbeitsplatz vorgefunden werden. Aussage Nummer vier teilt die Menschen in die Begabteren und jene, die dieses Talent nicht haben. Erstere müssen daher das Sagen haben. Schließlich gibt es noch den fünften Ansatz, der davon ausgeht, dass durch Führung mehr Effizienz erreicht wird.

Manche Aussagen mögen durchaus ihre Berechtigung haben, andere wirken schon eher problematisch, hinterfragen muss man aber alle Ansätze und noch weitere, die in den Unternehmen entstanden sein könnten.

Die fünf Ansätze im Detail

"Führung ist notwendig, weil die Menschen geführt werden wollen"

Gemeint ist damit, dass der Großteil der Menschen gar keine Lust oder Fähigkeit hat, selbst Entscheidungen zu treffen. Sie brauchen jemanden, der sie führt, wobei auch gerne von der "harten Hand" die Rede ist. Der Ansatz bedeutet aber nicht, dass ein autoritärer Führungsstil eingefordert wird. Eingefordert wird hingegen, dass es eine fixe Struktur gibt, bei der es Führungskräfte gibt wie zum Beispiel Abteilungsleiterinnen bzw. Abteilungsleiter und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Abteilungen, die erfahren, was zu tun ist.

Natürlich ist auch Thema, wer was wann durchzuführen hat, welche Termine es gibt und in welcher Form die Aufgabe zu erledigen ist. Wie die Führung aussieht - ob Angst und Schrecken herrscht oder eher ein gemeinsames Vorgehen auf demokratischer Basis gewählt wird, schreibt der Ansatz nicht vor. Er unterstellt aber, dass die Menschen zum Großteil zu unmündig sind, um ohne Führung zum Erfolg zu kommen.

Und zwar betrifft das sowohl den persönlichen Erfolg als auch natürlich den Erfolg des Unternehmens oder der Behörde.

"Führung gibt es, weil Menschen geführt werden müssen."

Das klingt sehr autoritär, sagt aber nichts darüber aus, wie diese Führung in der Praxis aussehen könnte. Gemeint ist damit, dass der einzelne Mitarbeiter gar nicht den Überblick hat, den die Führungskräfte haben und somit nicht die Entscheidungen treffen kann, die notwendig sind, um die Ziele zu erreichen.

Dass Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter oft auch nicht mehr Informationen zur Verfügung haben, wird hier aber nicht thematisiert. Daher muss der Ansatz wie jeder andere zur Personalführung kritisch hinterfragt werden. Natürlich hängt es auch davon ab, wie zusammengearbeitet wird.

Wenn die Führungskräfte von Besprechungen kommen, in denen sie neue Informationen erhalten haben und sie setzen sich mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zusammen und geben die Informationen weiter, geht der Ansatz bereits ins Leere, weil die Informationen dann alle haben und somit der Infostand auch der gleiche ist.

Entscheidungen könnten somit von allen aus der Gruppe - häufig englisch Team bezeichnet, getroffen werden und sie würden sich vermutlich gar nicht groß unterscheiden und allesamt zum Ziel führen.

"Hierarchie ist ein universelles soziales Prinzip"

Es wird also unterstellt, dass soziale Rangordnungen stets das menschliche Leben begleiten und daher darf am Arbeitsplatz diese Struktur nicht fehlen. Dabei sind die Strukturen in Unternehmen schon verschiedenartig, abhängig von der Größe des Unternehmens, der Zahl der Aufgaben und natürlich auch der Zahl der Menschen, die diese Aufgaben bewältigen müssen.

Und es ist keinesfalls gesagt, dass Menschen ohne Hierarchie keine Entscheidungen treffen können oder weniger zielstrebig agieren würden. Daher ist auch dieser Ansatz zu hinterfragen, zumal sich auch in der Gesellschaft viele Veränderungen ergeben haben. Altbekannte Hierarchien sind selbst in der Schule aufgeweicht worden und in vielen Unternehmen hat man neue Wege gefunden, wie man die Führung gestalten kann, ohne ein starres System verwenden zu müssen bzw. die Menschen in dieses zu zwängen.

Dass eine gewisse Grundstruktur vonnöten ist, ist vielfach in der Praxis erwiesen, aber die einzelnen Abteilungen müssen nicht zwangsläufig in eine Hierarchie gepresst werden.

"Entwicklung wird von Eliten vorangetrieben und sie sollten das Sagen haben."

Damit wird also unterstellt, dass es einige wenige Leute gibt, die die Möglichkeit haben, die Ziele zu erreichen und auch zu wissen, wie man diese schaffen kann. Die anderen Menschen werden geführt, damit man gemeinsam erfolgreich sein kann. Dass diese Leute auch Ideen haben und vielleicht sogar über das gleiche Wissen verfügen, ist kein Thema.

Damit wird die Menschheit in zwei Gruppen geteilt, zumindest im Zusammenhang mit dem Personal eines Unternehmens oder auch einer Behörde oder ähnlichen Organisationen. Das Verhalten, wonach nur die "Chefs" etwas zu sagen haben und auch gute Ideen von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht aufgenommen werden, ist durchaus öfter anzutreffen. Häufig entsteht der Eindruck, dass eine engere Zusammenarbeit gar nicht gewünscht wird - aus Sorge, dass man dann nicht mehr als Chef wirkt.

Tatsächlich gefährdet man mit diesem Verhalten aber eher den Erfolg und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wären sogar motivierter, wenn es einen Wissensaustausch gäbe. Stattdessen wird häufig geführt, ohne die praktischen Überlegungen einfließen zu lassen und das kann manchmal sehr gut funktionieren, aber fast öfter ist die Situation anzutreffen, dass an den Tatsachen vorbeigeführt wird und Frust entsteht.

"Führung ist funktional"

Kurz und bündig stellt dieser Ansatz zur Personalführung in den Raum, dass es einfach praktische Gründe geben kann, warum es Führung in den Abteilungen der Unternehmen braucht. Denn, so der Ansatz, mit der Führung kann man die Aufgaben besser steuern und auch das Rollenspiel der einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird erleichtert.

Würde es gar keine Führung geben, dann würde diese Steueraufgabe nicht klar definiert werden. Damit orientiert man sich ein wenig zum Ansatz, dass eine Hierarchie gebraucht werden würde, aber man geht nicht ganz diesen Weg. Die Führung ist im Sinne des Ansatzes eine Hilfestellung und hängt nicht von den handelnden Personen ab.

Es wird also nicht unterstellt, dass die Führungskräfte intelligenter oder besser ausgebildet sind, sie haben einfach eine zusätzliche Aufgabe oder diese Aufgabe ist ihr Job, um koordinierend wirken zu können und zwar nach innen wie nach außen. Damit haben sie die Steueraufgabe und fungieren wie eine Schnittstelle gegenüber der Geschäftsleitung einerseits und gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Abteilung andererseits.

Artikel-Infos

Personal Personalführung AnsätzeArtikel-Thema:
Personalführung Ansätze
letztes Datum:
28. 10. 2019

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