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So unterscheiden sich Großkonzern und Fußballclub

Unterschiede im Management und den Entscheidungen

Der Fußball boomt. Ob in Deutschland, England oder Spanien – seit Jahren wachsen Umsätze und Einnahmen der großen Fußball-Clubs. Längst ist der professionelle Fußball nicht mehr nur ein Spiel, sondern ein knallhartes Geschäft. Die meisten Topvereine agieren wie große Börsenunternehmen – und präsentieren dementsprechende Zahlen. Gerade das Auftreten von Mäzenen und Investoren bringt eine neue wirtschaftliche Komponente in das Spiel. Keine Überraschung also, dass an den Spitzenpositionen im Verein ausgebildete Fachleute sitzen. Wir wollen etwas genauer auf dem Management-Vergleich zwischen Großkonzern und Fußball-Club eingehen und schauen, was die Unternehmen vom Fußball lernen können.

Vom eingetragenen Verein zum profitablen Unternehmen

Früher waren die meisten Fußballclubs noch mit dem Zusatz „e.V.“ versehen. Als eingetragener Verein ging es in erster Linie um den Fußball und weniger um das Finanzielle. Um nun aber größere Umsätze zu erzielen und profitabler Arbeiten zu können, haben mittlerweile die meisten Proficlubs ihre Lizenzspieler-Abteilung ausgegliedert. Dies macht es auch Investoren leichter, bei dem Verein einzusteigen. Hinter den meisten europäischen Spitzenclubs steht mittlerweile ein Investor oder eine ganze Investorengruppe. Auch wenn das Finanzielle bei vielen Geldgebern keine Rolle spielt und der maximale sportliche Erfolg im Vordergrund steht, wollen viele der Investoren natürlich auch Rendite sehen. Was mit einem Verein passiert, wenn der Geldgeber plötzlich abspringt, hat in den 2010er Jahren das Beispiel des FC Malaga in Spanien gezeigt.

Das Problem mit der Fußball-Aktie

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Borussia Dortmund ging Anfang des Jahrtausends noch einen Schritt weiter und wagte den Börsengang. Zwar spülte dies enorm viel Kapital in die Kassen des BVB, allerdings sollte sich das Wertpapier als nicht besonders profitabel herausstellen. Denn im Vergleich zur regulären Wirtschaft schwanken die Zahlen bei einer „Fußball-Aktie“ extrem. Ausbleibende sportliche Erfolge und Misswirtschaft führten zu Panikverkäufen der BVB-Aktie und sorgten letztlich für die Fast-Insolvenz. Zwar hat die Ära unter Aki Watzke und Jürgen Klopp den BVB zurück an die Spitze gebracht, allerdings zeigt das Beispiel der BVB-Aktie, dass Wertpapierhandel im Profifußball mit einigen Risiken behaftet ist. Erst über zehn Jahre nach dem Börsengang zahlte der BVB erstmals eine Dividende aus, Zwischenzeitlich fiel der Wert der Aktie allerdings unter einen Euro.

Der BVB als Marketing-Pionier

In Zeiten von Twitter, Instagram und Co. ist die digitale Präsenz eines Unternehmens wichtiger denn je. Das wissen auch die Fußballclubs. Die meisten Vereine setzen auf umfangreiche Social-Media-Teams, die täglich auf den verschiedensten Kanälen für Output sorgen. Vor allem in Bezug auf die Internationalisierung der Clubs spielen die sozialen Medien eine wichtige Rolle. Auch hier geht der BVB mit Profilen auf den wichtigsten sozialen Medien sowie dem eigens produzierten BVB-TV voran. Nicht nur Sachen Globalisierung, sondern auch im sportlichen Bereich gehört der BVB damit zur Spitze. Buchmacher wie Betway zählen die Schwarzgelben mit einer Quote von 3,75 (Beispiel vom Jänner 2021) zu den Favoriten auf Wettkämpfe wie den DFB Pokal. Wenn es um den Aufbau einer Marke geht, können viele Konzerne noch etwas von den Bundesligisten lernen. Dem FC Bayern beispielsweise ist es gelungen, das traditionsreiche „Mia san mia“ zu einem wichtigen Markenkern des Vereins zu machen. Überall in der Welt verbindet man den deutschen Rekordmeister mit dieser Corporate Identity. Dementsprechend ist für Unternehmen natürliche eine Partnerschaft bzw. ein Sponsoring mit den Vereinen von Bedeutung. Die Schnittstelle zwischen Sport und Werbung ist für das Marketing extrem wichtig.

Das kann die Wirtschaft vom Fußball lernen

Doch nicht nur im operativen Bereich kann die Wirtschaft vom Fußball lernen, auch im anderen Sinne lassen sich viele Facetten vom Fußball auf die Unternehmensführung übertragen. Nicht umsonst treten viele ehemalige Fußballer als Motivations- oder Führungs-Coaches auf. Menschenführung ist nämlich im Büro ebenso wichtig wie in einer Fußballmannschaft. Das Team, ob am Schreibtisch oder auf dem Platz, muss als eingeschweißte Einheit agieren und an einem Strang ziehen. Dies betrifft natürlich auch den Einsatz der handelnden Personen an den richtigen Stellen.

Betrachten wir die Aufgabenverteilung in einem Fußball-Verein. Die wichtigsten handelnden Personen in einem Fußballverein sind in der Regel, Vorsitzender, Sportdirektor, Manager und Trainer. Auch wenn die Aufgaben von Sportdirektor und Manager oftmals in Personalunion ausgeübt werden, wird deutlich, dass eine Aufgabenteilung sinnvoll ist. Gleiches gilt natürlich auch für das Trainerteam. Längst besteht dieses nicht mehr nur noch aus Chef- und Co-Trainer, sondern aus mehreren Fachleuten auf verschiedenen Gebieten. Ob für Physis, Psyche oder Taktik – die Aufgaben werden auf mehreren Schultern verteilt.

Vom Marketing über das Finanzgebaren bis hin zur Menschenführung gibt es zwischen Wirtschaft und Profifußball einige Parallelen. Beide Bereiche können voneinander profitieren.

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Management Fußball vs. GroßkonzernArtikel-Thema: So unterscheiden sich Großkonzern und Fußballclub
Beschreibung: Unterschiede im Management am Beispiel vom Fußballverein und dem Großkonzern - wo agiert man gleich, welche Unterschiede gibt es?

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Wer das letzte Bearbeitungsdatum angeben will oder muss: letztes Datum: 18. 01. 2021