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Marktarten in der Wirtschaft

Welche Märkte oder Marktformen gibt es überhaupt?

Der Markt ist gemäß der Volkswirtschaft wie auch der Preislehre jener Ort, wo Angebot und Nachfrage zusammentreffen. Die Funktion des Marktes besteht darin, diese beiden Größen zusammenzuführen, sodass es zu einer Kauf- bzw. Verkaufshandlung kommen kann, ungeachtet dessen, wo sich der Markt befindet - er kann etwa auch im Internet gegeben sein und ist nicht an einen klassischen Marktplatz gebunden.

Welche Marktarten gibt es?

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Märkte und auch solche, die man als Markt kaum wahrnimmt wie etwa den Arbeitsmarkt. Auch dort treffen Angebot (offene Stellen) und Nachfrage (suche Arbeit) aufeinander. Oder der Finanzmarkt.

Rund um die Märkte gibt es viele Begriffe und Definitionen, um mehr Ordnung zu erreichen. Regionen, Themen oder Regelungen helfen, um die Übersicht herstellen zu können. Und so gibt es folgende wichtige Begriffe:

Was ist ein Themenmarkt?

Der Themenmarkt ist ein solcher, auf dem ganz bestimmte Produkte und/oder Dienstleistungen gehandelt werden. Ein Markt, den man nicht immer als solchen empfinden mag ist der Arbeitsmarkt. Dort werden Arbeitsleistungen von den arbeitslos gemeldeten Menschen angeboten und Arbeitsplätze nachgefragt bzw. umgekehrt Arbeitsplätze angeboten und die Arbeitsleistung nachgefragt. Ein klassischer Markt, der sich aber nur auf diese beiden Säulen stützt.

Ein ganz anderer Markt, der medial kaum mehr wegzudenken ist, ist der Finanzmarkt. Man spricht von den Finanzmärkten, weil es ja nicht nur einen gibt. Die Finanzmärkte sind jene Orte, wo Geldprodukte angeboten und nachgefragt werden. Dazu zählen nicht nur die Börsen, auch die Bankinstitute gehören dazu und damit nicht nur Aktien und Investmentfonds oder Währungen, sondern auch die Dienstleistungen rund ums Girokonto, Sparbuch oder die Kreditleistungen.

In den wesentlichen Nachrichten gibt es immer irgendwelche Informationen über die Finanzmärkte, wobei der Ausdruck oft mit der Entwicklung der Börsenkurse gleichgestellt ist und das ist nicht richtig. Aber man nimmt den Börsenkurs etwa vom Dow Jones Index oder vom DAX und erzählt, wie sich die Finanzmärkte entwickeln - auch wenn es bei den Banken gerade anders zugehen kann. So gab es nach dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise einen Hype beim Dow Jones Index und beim DAX mit ständig steigenden Kursen, während die Banken ein immerwährendes Schleudertrauma hatten und sich nicht erholen konnten.

Was sind die Warenmärkte?

Am Warenmarkt gibt es die verschiedensten Handelswaren und andere Produkte. Aber auch diese Märkte lassen sich untergliedern. Die privaten Haushalte haben im Sinne der Volkswirtschaft vor allem mit den Konsumgütermärkten zu tun. Ob das nun der kleine Kaufmann ums Eck ist oder der gigantische Supermarkt - hier gibt es die Produkte für das tägliche Leben und vielleicht auch für die Freizeitgestaltung, die man selbst auch nachfragt.

Die andere Form der Warenmärkte sind die Produktionsgütermärkte, auf denen Unternehmen Rohstoffe und Ähnliches nachfragen, um Waren im Betrieb herstellen zu können. Diese beiden Begriffe werden aber in den Nachrichten kaum genannt und spielen für die breite Masse keine wesentliche Rolle.

Was sind regionale Märkte?

Es handelt sich dabei um Märkte, bei denen das Thema irrelevant ist, es geht um die Geografie und dabei gibt es von klein bis groß viele Bezeichnungen:

Der lokale Markt ist das Marktgeschehen vor der Haustür, während der österreichische oder deutsche Markt schon sehr viel größere Dimensionen aufweist. Es gibt dabei zwei Themen und zwar einerseits im Sinne von Handel und Austausch und andererseits im politischen Kontext. Beim Handel ist die Frage gegeben, ob man dort einkaufen kann - wenn ja, ok, wenn nein, ist der Markt ohnehin uninteressant. Das gilt für Privathaushalte genauso wie für Unternehmen.

Die regionalen Märkte spielen aber vor allem politisch eine Hauptrolle. Der chinesische Markt wird gerne genannt, die europäischen oder die US-amerikanischen Märkte ebenso als Abgrenzung der Region. Um welche Produkte es sich handelt, was gerade mit Zölle belegt wird - ist dabei vorerst nebensächlich.

Was ist der freie Markt?

Der freie Markt ist ein solcher, bei dem sich der Staat nicht einmischt. Die beiden bekannten Größen sind Angebot und Nachfrage und aus diesen beiden Größen entsteht die Preisbildung. Es handelt sich beim freien Markt um das Modell der freien Marktwirtschaft und es gibt keine Spielregeln, die der Staat oder der Wirtschaftsbereich, in dem sich der Markt etabliert hat, vorgibt. Die am Markt handelnden Personen und Unternehmen gestalten die Preise nach Marktsituation.

Was hinter dieser Überlegung steht ist die klassische Ansicht der unsichtbaren Hand, wodurch sich der Preis von selbst ergibt. Wenn jemand um 2.000 Euro ein Handy anbietet, wird er darauf sitzenbleiben, weil niemand bereit ist, so viel Geld für ein Modell auszugeben, wenn man um die Hälfte oder weniger auch ein Gerät beziehen kann. Also muss man mit dem Preis soweit entgegenkommen, dass Angebot und Nachfrage sich treffen.

Der Haken ist allerdings, dass man erkannt hat, dass Produkte zu teuer werden können, wenn man überhaupt nicht auf den Markt eingreift. Der freie Markt ist mitunter durchgezogen worden, in vielen Bereichen hat man eine Mischform zum regulierten Markt gewählt, etwa bei den Grundnahrungsmitteln wie Brot und Milch. Denn diese sollten auch für arme Leute kaufbar bleiben und daher gibt es eine Preisregulierung. Ein komplett freier Markt würde eine solche Regulierung nicht beinhalten.

Was ist der regulierter Markt?

Der regulierte Markt, man spricht auch vom gelenkten Markt, ist ein solcher, bei dem der Staat mehr oder weniger auch eingreift, um soziale Rahmenbedingungen sichergestellt zu wissen und/oder seine politischen Ziele verwirklicht zu wissen.

Bei sozialen Rahmenbedingungen kann man an die geregelten Preise für Lebensmittel denken wie Milchprodukte, um sicherzustellen, dass sich auch Menschen mit geringem Einkommen die Lebensmittel leisten können. Das heißt aber nicht, dass es auf dem Markt nicht auch viele Freiheiten gibt, aber dort, wo die soziale Gerechtigkeit gefährdet scheint, dort wo Grundbedürfnisse in Gefahr geraten könnten, dort greift der Staat beim regulierten Markt ein.

Was ist der zentralisierter Markt?

Ein zentralisierter Markt ist dann gegeben, wenn Angebot und Nachfrage am gleichen Ort stattfinden. Der Klassiker ist dabei der Obst- und Gemüsemarkt, den es in vielen Städten, in Großstädten oft sogar täglich, gibt. Die Händler bieten ihre Ware an und werden von Besucherinnen und Besucher aufgesucht, um die Ware einkaufen zu können. Die Nachfrage findet also am gleichen Ort statt wie das Angebot.

Ein weiteres Beispiel ist die Börse. Das könnte man nun argumentieren, dass die Aktien zwar an der Börse angeboten werden, aber gekauft wird per Internet. Das stimmt wohl und der Käufer sitzt vielleicht sogar fern der Börse zu Hause auf einem anderen Kontinent, aber in dem Moment, in dem er sich in das Börsenprogramm via Internet einloggt, ist er quasi vor Ort in der Börse und damit ist wieder ein zentralisierter Markt gegeben.

Das scheint für viele aber nicht von Bedeutung und man kann auch darüber diskutieren, ob man nun wirklich vor Ort anzutreffen ist oder nicht. Wenn man sich zum Bauernmarkt bemüht, um Obst und Gemüse einzukaufen ist der Fall klar. Dort möchte der Bauer seine Ware verkaufen und man sucht ihn deshalb auch auf. Wenn man aber via Computer seinen Handel betreibt - fern vom Gerät in irgendeiner Börse rund um den Globus ist das doch eine andere Form des Marktbesuches. Für die Gliederung der Märkte ist das aber durchaus nachvollziehbar.

Was ist der dezentralisierte Markt?

Ganz anders sieht es bei vielen Märkten aus, die man tagtäglich erleben kann, die aber als dezentralisierter Markt gelten. Dazu zählt zum Beispiel der Supermarkt. Zwar ist die Nachfrage im Supermarkt gegeben, weil man die Artikel wie Milch und Brot hier einkauft, aber der Anbieter der Produkte ist nicht der Supermarkt, sondern der Hersteller. Der Supermarkt ist der Vermittler zwischen Angebot (Produktion) und Nachfrage (Kundenwunsch). Denn Milch, Brot und dergleichen entstehen an einem anderen Ort und werden von herstellungsfremden Personen (Personal des Supermarktes, Anbieter des Supermarktes) verkauft.

Das gleiche gilt für den Modemarkt, Computermarkt oder viele andere Bereiche, in denen nicht der Hersteller selbst als Anbieter auftritt und die Produktion vielleicht ganz woanders vonstatten ging.

Das heißt, dass die Trennung nicht durch den Ort der Herstellung erfolgt, weil dann wäre auch der Bauernmarkt ein dezentralisierter Markt, sondern durch das Angebot selbst. Der Bauer fährt mit seiner Ware zum Markt, um dort selbst zu verkaufen. Und damit trifft das Angebot des Bauern direkt auf die Nachfrage der privaten Haushalte. Er ist aber nicht im Supermarkt zu finden.

Was ist ein offener Markt?

Am offenen Markt darf jeder alles anbieten und auch nachfragen, als Anbieter tätig werden oder als Kundin oder Kunde Produkte erwerben. Damit gibt es auch viele Mitspieler und der Konkurrenzkampf ist entsprechend größer, was für die Regulierung des Preises durchaus wichtig ist oder zumindest wichtig sein kann. Man hat beim offenen Markt durchaus auch erkennen müssen, dass ein Staatseingriff etwa bei den Grundnahrungsmitteln in Sachen Preishöhe erforderlich sein kann.

Doch abseits dieses Eingriffs darf jeder mitspielen und es gibt niemanden, der ausgeschlossen ist, am Markt tätig zu werden.

Was ist der geschlossene Markt?

Im Gegensatz dazu gibt es den geschlossenen Markt, der in bestimmten Sektionen des Handels durch die staatlichen Rahmenbedingungen die Konkurrenzsituation aufhebt. Ein Beispiel sind Monopolsituationen, in denen Anbieter aus dem Ausland nicht zugelassen sind. Das galt lange Jahre für die TV-Anstalten oder auch auf dem Sektor der Post, wodurch die heimischen Betriebe geschützt wurden. Mittlerweile sind die meisten derartigen Regelungen aber nicht mehr aktuell und es gilt der freie Konkurrenzkampf am Markt.

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Marktarten und Marktformen in der VolkswirtschaftArtikel-Thema: Marktarten in der Wirtschaft
Beschreibung: 📊 Marktarten vom offenen Markt, bestimmten ✅ Märkten wie dem Arbeitsmarkt oder dem Finanzmarkt und freien Märkten.

Wir werden oft gefragt, ob man die Artikel für Studienarbeiten oder Schularbeiten verwenden darf und die Antwort ist ganz klar ja. Dafür haben wir diese Texte auch erstellt - zur Information und Weiterverwendung. Bitte aber bei Möglichkeit auf diese Seite verweisen.

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