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Galoppierende Inflation

Enorme Preissteigerungen sorgen für große Probleme

In den Medien wird immer wieder von einer galoppierenden Inflation gesprochen und das ist nicht nur ein symbolischer Ausdruck der Medien, sondern tatsächlich ein Begriff in der Volkswirtschaft bei der Unterscheidung der verschiedenen Inflationsarten. Hier im Speziellen bezieht man sich auf die Höhe der Preisveränderungen bei Produkten und Dienstleistungen.

Große Preissprünge

Im Gegensatz zur schleichenden Inflation mit moderaten Preisanstiegen über einen langen Zeitraum ist die galoppierende Inflation durch deutliche Anstiege gekennzeichnet. Das Bild vom schnell dahinlaufenden Pferd ist daher durchaus richtig und umschreibt das Problem eines Landes, in dem die Inflation diesen Charakter angenommen hat.

Gerade bei Krisenländern, in Kriegszeiten oder nach Kriegsende und bei politischen Unruhen steigen die Preise sehr rasch an. Ein Kennzeichen für eine galoppierende Inflation ist der Anstieg des Preisniveaus über den Zinssatz für langfristige Geldanlagen, die man je nach Wirtschaftslage bei etwa 6 bis 8 Prozent ansetzen könnte. Also ist ein Anstieg der Inflation von zehn oder mehr Prozent eine gute Umschreibung für die galoppierende Inflation.

Es wird in den Nachrichten dann auch von einer Inflation von 30 Prozent gesprochen, wodurch soziale Spannungen entstehen, weil sich die Menschen nicht einmal Lebensmittel kaufen können. Ein zusätzlicher Begriff wurde für extreme Situationen eingeführt - die Hyperinflation. Diese ist gegeben, wenn die Inflation sogar noch über 50 Prozent ansteigt.

Beispiele für die galoppierende Inflation

Als Beispiel wird die Inflation in Deutschland gerne genannt und zwar für die Zeit nach Ende des Ersten Weltkriegs. Die Phase zwischen den Jahren 1918 und 1923 war eine typische Hyperinflation, wobei es gerade 1923 zur Situation gekommen war, dass binnen Stunden das eigene Geld praktisch nichts mehr Wert war. Am Beispiel von Deutschland wird gerne folgender Vergleich herangezogen:

1 Ei kostete am 9. Juni 1923 in Berlin 800 Reichsmark
1 Ei kostete am 2. Dezember 1923 wieder in Berlin 320 Milliarden Reichsmark

Diese Differenz ist praktisch unvorstellbar, aber keine Situation, die sich nicht wiederholen könnte. Im Jahr 2018 gibt es solche dramatischen Situationen auch und zwar in Venezuela in Südamerika mit einer Hyperinflation von 13.000 Prozent.

In all diesen Fällen wird vor allem am Währungssystem geschraubt, um wieder stabile Verhältnisse herstellen zu können, andernfalls riskiert man als Staat großflächige Hungersnöte und andere Effekte.

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