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Soll und Haben in der Buchhaltung

Grundprinzip der Systematik

Die doppelte Buchhaltung heißt deshalb so, weil bei jedem Geschäftsfall ein Buchungssatz gebildet wird und dieser wird in die Konten zweifach eingetragen. Jeder Betrag landet bei einem ausgewählten Konto im Soll und bei einem anderen im Haben. Damit erhöhen sich beide Seiten auf gleiche Weise und die Summengleichheit muss auch beim Abschluss sichergestellt sein, andernfalls gab es irgendwo einen Fehler.

Wie funktioniert Soll und Haben?

Soll und Haben oder auch Aktiva und Passiva stellen auf jedem Konto die beiden Spalten dar, mit denen gearbeitet wird. Gibt es einen neuen Geschäftsfall, dann wird der Betrag einmal im Soll und einmal im Haben vermerkt. Kauft man etwa Kopierpapier ein und zahlt bar, dann wird das Kopierpapier am Konto des Büromaterials im Soll mit dem Einkaufsbetrag verbucht und am Konto der Kassa im Haben. Soll und Haben sind, wenn man alle Konten zusammenzählen würde, wieder ausgeglichen. Damit hat man auch die Kontrolle, ob man einen Fehler gemacht hat. Ist eine Seite größer als die andere, gibt es irgendwo eine Fehlerquelle.

Soll und Haben in der Buchhaltung

Damit sind einige grundsätzliche Parameter vorgegeben. Einerseits die Verwendung der Konten im Sinne des Kontenrahmens, der verschiedene Klassifizierungen und Einteilungen der Konten vorsieht. Andererseits die Spalten Soll und Haben. Soll steht dabei für die Mittelverwendung, Haben für die Mittelherkunft, wobei es Konten gibt, die fast nur im Soll, andere, die fast nur im Haben gebucht werden. Doch es gibt Situationen, in denen sich dies auch drehen kann, vor allem bei den Bewertungen zum Jahresende.

Ein einfaches Beispiel ist der Einkauf von Handelswaren, der mit dem Buchungssatz

Handelswaren an Bank

dokumentiert wird. Im Soll wird der Betrag im Konto Handelswaren eingetragen, im Haben im Konto Bank, was bedeutet, dass das Unternehmen nun mehr Handelswaren besitzt, aber dafür hat sich der Stand am Bankkonto reduziert. Es wurde also Geld verwendet, um Handelswaren zuzukaufen (Soll-Seiten = Mittelverwendung) und das Geld kommt vom Bankkonto (Haben-Seite = Mittelherkunft).

Das Bankkonto ist eines jener Konten, die oft die Seite wechseln. Werden Gelder eingezahlt, zum Beispiel beim Ausgleich einer Ausgangsrechnung durch den Kunden, dann steht die Bank im Soll und der Kontostand erhöht sich. Zahlt man mittels Bank an Lieferanten oder für andere Belastungen, dann steht die Bank im Haben und der Saldo reduziert sich.

Aufgabe und Technik

Soll und Haben muss, wenn alle Konten zusammengezählt werden, eine gleiche Summe ergeben, das ist das Grundprinzip der doppelten Buchhaltung und durch die Verwendung von Konten und den Spalten Soll und Haben kann man bei jedem Konto jederzeit nachschauen, welchen Saldo man hat, ob Rechnung noch offen sind oder wie hoch der Kontostand bei den Bankkonten ist. Somit ist die Dokumentations- und Informationsaufgabe der Buchhaltung gewährleistet.

Man kann seine eigene Arbeit auch hinterfragen, weil man in der Bilanz auf die gleiche Summe kommen muss. Wenn es eine Differenz gibt, hat man irgendwo einen Fehler gemacht.

Es gilt bei der doppelten Buchhaltung zu prüfen, welcher Geschäftsfall überhaupt vorliegt und welche Konten angesprochen werden müssen. Kennt man die Konten, dann kennt man auch die Kontoart und davon leitet sich ab, wo im Soll und wo im Haben gebucht werden muss.

Beispiele

Zahlt ein Kunde bar, dann bekommt man Geld in die Kassa und da die Kassa ein aktives Bestandskonto ist, wird im Soll gebucht. Wenn es in der Kassa mehr Geld gibt, kann das Kassakonto niemals im Haben stehen.

Kauft man auf Ziel ein, dann steht das Lieferantenkonto (oder Sammelkonto Lieferverbindlichkeiten in Schulbeispielen) stets im Haben, weil sich die Schuld vermehrt. Das Lieferantenkonto ist ein passives Bestandskonto und bei Vermehrung kann nur Haben zuständig sein.

So und so ähnlich kann man sich auf Soll und Haben gewöhnen und lernt Spielregeln, die die Arbeit erleichtern. In der Praxis denkt man gar nicht mehr so viel darüber nach, weil man Routine aufbaut.

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Bei der Buchhaltung ist die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung die vereinfachte Alternative zur doppelten Buchhaltung, jedoch mit dem gleichen Auftrag und Ziel, nämlich der Erfassung der Geschäftsfälle samt Ermittlung der Steuerhöhe. Daher ist das wesentliche Thema der Buchhaltung die Gewinnermittlung mit den beiden Unterarten Gewinnermittlung direkt sowie Gewinnermittlung indirekt.

Ausgangslage jeder Handlung abseits des Abschlusses ist ein Geschäftsfall wie etwa ein Einkauf. Aus dem Geschäftsfall wird mit dem System von Soll und Haben ein Buchungssatz gebildet. Diese Buchungssätze werden dann eingetragen, man spricht vom Buchen. In der Schule lernt man das Verständnis von Soll und Haben mit Hilfe der T-Konten und der besseren Übersicht der beiden Spalten.

Die doppelte Buchhaltung ist das komplexere System mit der Bilanz als Abschluss einer bestimmten Zeitspanne wie etwa den vielen Formen der Zwischenbilanz. Damit einher gehen Aktionen wie Rechnungsabgrenzung und Rückstellung.

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Doppelte Buchhaltung Soll und HabenArtikel-Thema: Soll und Haben in der Buchhaltung
Beschreibung: Die Spalten 💰 Soll und Haben in der doppelten Buchhaltung stellen das ✅ Grundprinzip der doppelten Eintragung aller Geschäftsfälle dar.

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