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Doppelte Buchhaltung und ihre Aufgaben

Soll, Haben und doppelte Erfassung

Bei der Buchhaltung als Begriff geht man eigentlich von der doppelten Buchhaltung aus, die in den meisten Fällen auch verpflichtend zu führen ist. Nur freiberuflich tätige Unternehmerinnen und Unternehmer sind davon befreit oder Unternehmen, die einen zu geringen Umsatz haben und keine Kaufmannseigenschaft aufweisen. Die entsprechenden Vorschriften können sich von Land zu Land und Reform zu Reform ändern, aber für die meisten Unternehmen gilt ohnehin, dass sie eine doppelte Buchhaltung zu führen haben.

Worum geht es bei der doppelten Buchhaltung?

Wieso aber doppelte Buchhaltung oder Buchführung und was ist damit gemeint? Wenn man sich einen einfachen Geschäftsfall überlegt, zum Beispiel den Kauf von Tintenpatronen für den Drucker, dann würde man in der sogenannten einfachen Buchhaltung ergo Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder Überschussrechnung folgendes in seine Buchhaltungsliste schreiben:

Büromaterial (oder so ähnlich) EUR 50,--

Das war es. Die 50 Euro kommen in die Spalte der Ausgaben und der Fall ist erledigt. Nicht so bei der doppelten Buchhaltung. Aus dem genannten Vorgang wird ein Geschäftsfall und führt zur Buchungsanweisung, die da lautet:

Büromaterial an Kassa EUR 50,--

wobei im Soll des Kontos Büromaterial die 50 Euro ebenso eingetragen werden wie im Haben des Kontos Kassa und damit ist die Bezeichnung doppelt auch schon erklärt. Denn jeder Vorgang verursacht zwei Handlungen: einmal im Soll eines Kontos und einmal im Haben. Soll steht für die Mittelverwendung und Haben für die Mittelherkunft oder einfacher: im Soll steht, wofür man Geld ausgegeben hat und im Haben, woher das Geld kam. Das kann jetzt ein Lieferant sein (= Kreditfunktion), das Bankkonto, das Kassakonto oder andere Finanzierungsformen.

Da jeder Geschäftsfall im Soll und Haben vermerkt wird, bleiben Soll und Haben in Summe bei Zusammenfassung aller Konten gleich hoch. Die doppelte Buchhaltung liefert von den Geschäftsfällen her die gleichen Ergebnisse wie die einfache Buchhaltung, nur durch die Abgrenzungen und Bewertungen gibt es Unterschiede im Ergebnis. Doch durch die Konten kann man Rückfragen stellen, die bei der einfachen Buchhaltung nicht möglich sind.

Unterschiede doppelte Buchhaltung und Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

Obwohl das so auch nicht ganz stimmt, denn viele nutzen Buchhaltungsprogramme, in denen einfache Listen für die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung eingesetzt werden und dort kann man auch jede Art (zum Beispiel Kassa oder Warenverkauf) abfragen. Der große Unterschied ist vielmehr, dass zum einen in der doppelten Buchhaltung Werte über das Jahr übernommen werden und damit eine fortlaufende Trendrechnung möglich wird.

Bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung schließt man mit dem Jahr ab und beginnt überall mit Null im neuen Jahr, auch wenn das Bankkonto auf der Hausbank weiterhin einen Kontostand hat. Aber in der Buchhaltung gibt es einen Neustart. Das ist in der doppelten Buchhaltung nicht so, weil man mit dem Endbestand des Vorjahres als Anfangsbestand des neuen Jahres weitermacht. Die Schulden werden übernommen, die Warenmenge, die Schulden der Kunden und vieles mehr.

Außerdem gibt es Bilanzarbeiten, weil man verschiedene Situationen bewertet wie etwa Rückstellungen für mögliche spätere Zahlungen, Abgrenzungen von Rechnungen, die auch das neue Jahr betreffen und vieles mehr. Solche Aktionen gibt es bei der einfacheren Einnahmen-Ausgaben-Rechnung nicht.

Soll und Haben ist nicht so unbekannt

Das Prinzip von Soll und Haben kennt aber jeder, der ein eigenes Bankkonto hat. Beträge, die auf das Konto eingezahlt werden, erhöhen den Kontostand und sind im Soll, Beträge, die vom Konto abgebucht wurden, sind im Haben und reduzieren das Bankkonto. Genauso arbeitet auch die doppelte Buchhaltung. Auch bei Versandhäuser, die mit Posten arbeiten, wird eine Aufstellung in diesem Kontext angeboten.

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Ein wesentliches Thema der doppelten Buchhaltung ist die Gewinnermittlung mit den beiden Unterarten Gewinnermittlung direkt sowie Gewinnermittlung indirekt.

Ausgangslage jeder Handlung abseits des Abschlusses ist ein Geschäftsfall wie etwa ein Einkauf. Aus dem Geschäftsfall wird mit dem System von Soll und Haben ein Buchungssatz gebildet.

Diese Buchungssätze werden dann eingetragen, man spricht vom Buchen. In der Schule lernt man das Verständnis von Soll und Haben mit Hilfe der T-Konten und der besseren Übersicht der beiden Spalten. In der professionellen Buchhaltung hat längst die elektronische Buchhaltung Einzug gehalten.

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Doppelte BuchhaltungArtikel-Thema: Doppelte Buchhaltung und ihre Aufgaben
Beschreibung: Grundlagen über die doppelte Buchhaltung als am meisten verwendete Form der Buchhaltung in einem Unternehmen mit dem Prinzip Soll und Haben.

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