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Zwischenbilanz oder Quartalsbilanz

Vorbericht innerhalb eines Jahres

Neben der laufenden Bilanz, die meist einmal im Jahr durchgeführt wird, um die Werte des Unternehmens festzuhalten, gibt es noch weitere Bilanzarten, wobei eine Bilanzvariante besonders oft in den Medien genannt wird: die Zwischenbilanz. Während die laufende Bilanz fast immer ein komplettes Kalenderjahr betrifft, agiert man bei der Zwischenbilanz anders.

Was ist die Zwischenbilanz?

Eine Zwischenbilanz ist eine unterjährige Bilanz, also der Abschluss von weniger als einem Jahr - meistens geht man von drei Monaten, einem Quartal aus. Medial ist die Zwischenbilanz insofern oft genannt, weil sie für den Börsenhandel sehr wichtig geworden ist. Denn börsennotierte Unternehmen müssen verpflichtend alle drei Monate eine Bilanz vorlegen, damit die Anlegerinnen und Anleger einen möglichst aktuellen Überblick über das Unternehmensgeschehen erhalten können. Ob das Sinn macht, ist umstritten, weil so viel ändert sich in drei Monaten bei vielen Unternehmen nicht.

Quartalszahlen und Emotionen

Eine Zwischenbilanz ist zum Beispiel ein Abschluss, der halbjährlich erfolgt, wobei man dann von der Halbjahresbilanz spricht. Noch öfter hört man in Börsenberichten von der Quartalsbilanz, die also viermal im Jahr erstellt wird. Umstritten sind solche Bilanzen insofern, weil damit immer eine große Erwartung einhergeht. Aber es ist nicht die Idee der Aktiengesellschaften, sondern der Börse, die diese Auflage erstellt hat, damit die Anlegerinnen und Anleger schneller die neuen Zahlen erhalten und einen Einblick in den Erfolg der AG bekommen.

Wenn sich nun in den letzten drei Monaten nicht viel getan hat, sind die Aktionäre enttäuscht und der Aktienkurs geht nach unten, obwohl das Unternehmen nach wie vor sehr gut dasteht. Die Zwischenbilanzen haben natürlich einen Vorteil, weil man Trends viel schneller ablesen kann. Da man es nicht nur mit einer Bilanz zum Jahresende zu tun hat, sondern zusätzlich vier Quartalsbilanzen vorgelegt bekommt, kann man viel leichter und schneller Veränderungen erfassen.

Das macht schon Sinn, aber Wunder darf man sich natürlich nicht erwarten. Es ist aber auch so, dass gerade an der Börse die Erstellung der Zwischenbilanzen verpflichtend durchzuführen sind. Wer nicht an der Börse notiert, kann solche Bilanzen erstellen, muss es aber nicht - hier gilt die Freiwilligkeit. Will man sein Unternehmen an der Börse notieren, muss man in Kauf nehmen, dass jedes Quartal die aktuellen Zahlen ermittelt und veröffentlicht werden müssen.

Die kürzeste Zwischenbilanz: die Wochenbilanz

Eine Wochenbilanz ist aus Sicht der Buchhaltung ein Abschluss, der für jede Woche durchgeführt wird, doch in der Praxis wendet diese Form des Abschlusses kaum ein Unternehmen an. Dazu ist der Aufwand viel zu hoch und auch der Nutzen ist überschaubar. Der Begriff der Wochenbilanz ist daher eher abseits der Buchhaltung häufig anzutreffen.

Denn besonders rund um das Geschehen an der Börse wird gerne von der Wochenbilanz geschrieben und gesprochen. Gemeint ist damit das Handelsgeschehen rund um ein bestimmtes Finanzprodukt. So kommentieren Beobachter den Handel von Gold innerhalb der abgelaufenen Woche und stellen vielleicht auch einen Ausblick auf die nächste Woche her.

Die Wochenbilanz ist damit eher eine Zusammenfassung der abgelaufenen Geschehnisse und weniger ein Instrument eines Unternehmens, wobei es solche natürlich auch gibt. Diese erstellen eine Wochenbilanz, um die Zahlen und Trends von Woche zu Woche ablesen und vergleichen zu können. Das kann bei großen Unternehmen interessant sein, wenn eine solche Bilanz zum Beispiel von bestimmten Unternehmen oder auch Projektbereiche erstellt wird.

Monatsbilanz: Abschluss zwölfmal im Jahr mit Monatsvergleich

Im Gegensatz zur sehr kurzfristigen Wochenbilanz ist die Monatsbilanz öfter im Einsatz und bietet die Möglichkeit, die Entwicklung innerhalb eines Monats überprüfen zu können. Denn es entstehen bei konsequenter Nutzung innerhalb eines Jahres 12 Bilanzen, die man miteinander vergleichen kann. Natürlich hängt dies auch davon ab, um welches Unternehmen und um welchen Bereich es sich handelt, denn ein Unternehmen im Bauwesen wird im Winter kaum die Zahlen vom Sommer erreichen können.

Interessant sind die Zahlen für börsennotierte Unternehmen und natürlich für die Anlegerinnen und Anleger, aber auch für das Unternehmen selbst, um Trends frühzeitig erkennen zu können. Die Monatsbilanz kann auch als Werkzeug eingesetzt werden, wenn es eine Vernetzung mit verschiedenen Bereichen und Unternehmen gibt - zum Beispiel bei einem Konzern. So kann man schneller reagieren, wenn ein Bereich nicht optimal funktionieren sollte oder sich kleine Krisenherde in den Zahlen ablesen lassen.

Natürlich ist der Aufwand höher als bei einer Quartalsbilanz, da jeden Monat die Zahlen ermittelt werden müssen. Betriebe, die nicht an der Börse notieren, werden sich die Arbeit nur selten antun und auch börsennotierte Unternehmen arbeiten lieber mit Quartalszahlen oder mit Halbjahresbilanzen.

Quartalszahlen als Spielwiese der Spekulanten

Die Anlegerinnen und Anleger sind daran interessiert, aktuelles Zahlenmaterial für ihre Entscheidungen zur Verfügung gestellt zu bekommen und daher sind börsennotierte Unternehmen dazu angehalten und verpflichtet, unterjährige Bilanzen anzubieten. Diese Zwischenbilanzen können Quartalsbilanzen sein, auch Halbjahresbilanzen oder Monatsbilanzen sind denkbar. Meist gilt aber als Vorgabe die Quartalsbilanz, um mehrfach pro Jahr die Zahlen vorliegen zu haben.

Am häufigsten werden daher Quartalsbilanzen erstellt und davon leitet sich der häufig genannte Begriff der Quartalszahlen ab. Das bedeutet, dass es viermal pro Jahr einen Überblick über die Entwicklung des Unternehmens gibt, das an der Börse in Form von Aktien gehandelt werden kann. Damit hat man einen raschen Überblick über Trends, positive Entwicklungen und negative Verläufe, wobei hier das Quartal mit den vorherigen Perioden verglichen werden kann.

Die Quartalszahlen werden dabei aber auch oft kritisiert, weil der Aktienkurs sofort fällt, wenn die Zahlen enttäuschend ausfallen. Der zynische Begriff vom "Grillen der Manager" ist so entstanden, weil diese sich fast Tricks einfallen lassen müssen, um gute Zahlen anbieten zu können, nur das rächt sich recht bald und ist auch nicht im Sinne des Erfinders.

Quartalsbilanzen bieten die Möglichkeit, unterjährig Entwicklungen zu erkennen, die mit der laufenden Bilanz - meist einmal im Jahr erstellt - zwar auch erkannt werden, aber später und im größeren Rahmen.

Halbjahresbilanz: zwei Abschlüsse pro Jahr

Die Halbjahresbilanz kann durchaus interessante Rückschlüsse anbieten, weil man das erste und das zweite Halbjahr nach Ablauf eines Jahres vergleichen kann. Natürlich hängt es davon ab, in welcher Branche man tätig ist und welche Produkte oder Dienstleistungen das Unternehmen anbietet. Manche Unternehmen haben den stärksten Umsatz vor Weihnachten und diese Zahlen können dann mit den Zahlen von Jänner bis Juni kaum verglichen werden, andere Unternehmen haben ein ausgeglichenes Jahr mit fast ständig gleichen Umsätzen.

Daher ist der Einsatz der Halbjahresbilanz nicht immer sinnvoll. Die Halbjahresbilanz wird auch für die Börse genutzt, indem die Zahlen veröffentlicht werden, um die Anlegerinnen und Anleger über Trends zu informieren. Dazu sind die börsennotierten Unternehmen auch verpflichtet, wobei aber eher die Quartalsbilanz (= Quartalszahlen) eingesetzt wird.

Interessant von der Überlegung her ist die Halbjahresbilanz, um Entwicklungen schneller ablesen zu können. Da der Arbeitsaufwand sich auf zweimal pro Jahr reduziert, ist das Verhältnis von Aufwand und Nutzen durchaus in Ordnung, auch wenn man keine Auflagen seitens der Börse haben sollte, sodass auch Unternehmen abseits des Aktienhandels diese Form von Zahlenaufbereitung in ihrer Buchhaltung einsetzen.

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Die doppelte Buchhaltung ist das komplexere System mit der Bilanz als Abschluss einer bestimmten Zeitspanne wie etwa den vielen Formen der Zwischenbilanz. Damit einher gehen Aktionen wie Rechnungsabgrenzung und Rückstellung.

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Buchhaltung ZwischenbilanzArtikel-Thema: Zwischenbilanz oder Quartalsbilanz
Beschreibung: Die 💰 Zwischenbilanz wie die Quartalsbilanz von börsennotierten Unternehmen ist ein ✅ Abschluss innerhalb eines Geschäftsjahres.

Wir werden oft gefragt, ob man die Artikel für Studienarbeiten oder Schularbeiten verwenden darf und die Antwort ist ganz klar ja. Dafür haben wir diese Texte auch erstellt - zur Information und Weiterverwendung. Bitte aber bei Möglichkeit auf diese Seite verweisen.

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