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Bilanzbuchhaltung einfach erklärt

Welche Aufgaben gibt es bei den Bilanzarbeiten?

Wer in der Bilanzbuchhaltung arbeiten möchte, muss sich mit Finanzen, Steuern und auch aus juristischer Sicht auskennen. Wer bei einem Unternehmen am monetären Puls misst, sollte dies auch richtig machen – schließlich hängen davon nicht nur wichtige interne Entscheidungen ab, es gilt ebenso rechtliche Pflichten nach außen hin zu erfüllen und bei großen Unternehmen z.B. eine jährliche Bilanz zu veröffentlichen. Kein Wunder also, dass der Beruf des Bilanzbuchhalters mit einer Ausbildung oder einem Studium verbunden ist. Wer sich für eine Tätigkeit in der Bilanzbuchhaltung interessiert, steht oft jedoch vor komplett neuen Sachverhalten mehr oder weniger weit weg von der Schulbildung. Umso wichtiger, dass sich Interessierte, egal ob im Zusammenhang mit einer Ausbildung, einem Studium, einer Weiterbildung oder Umschulung, vorab einen Überblick über die Bilanzbuchhaltung verschaffen:

Was ist die Bilanzbuchhaltung?

Die Bilanzbuchhaltung fällt unter den Teilbereich der Buchhaltung in einem Unternehmen, ebenso wie die Debitoren- oder Kreditorenbuchhaltung, die Lohnbuchhaltung oder die Finanzbuchhaltung. Anders als letztere befasst sich der Bilanzbuchhalter mit dem Gesamtergebnis aller Teilbereiche bzw. des ganzen Unternehmens und nicht nur mit den kleineren Geschäfts- oder Organisationseinheiten

Womit beschäftigt sich der übergeordnete Bereich der Buchhaltung?

Die Buchhaltung in einem Unternehmen ist für die Erfassung und Analyse sämtlicher Zahlungsvorgänge verantwortlich. Der Begriff der Buchhaltung entstammt noch der prädigitalen Zeit – heute arbeiten selbst Einzelunternehmer mit einer Software, in großen Unternehmen ist das ein komplexes ERP-System. Lohn- und Gehaltszahlungen, Rechnungen, andere Ausgaben, Bilanzierungen und andere Aufgaben lassen sich damit meist mit wenigen Klicks erledigen. Manchmal jedoch braucht es auch deutlich länger, insbesondere wenn es um den Jahresabschluss geht.

Bilanzbuchhaltung

Bildquelle: Pixabay.com / stevepb

Die Aufgabenbereiche in der Bilanzbuchhaltung

In der Bilanzbuchhaltung gibt es mehrere Teilbereiche, die in einem Unternehmen je nach Größe und interner Struktur auf mehrere Stellen verteilt sein können. Es gibt auch zyklisch wiederkehrende hohe Aufwände wie z.B. die Erstellung des Jahresabschlusses, sodass die Aufgabenbereiche im Aufwand nicht immer gleich wiegen. Diese Aufgaben umfasst die Bilanzbuchhaltung:

Externes Rechnungswesen: Jahresabschluss mit Bilanz und GuV erstellen

Am Ende eines jeden Geschäftsjahres erstellt die Bilanzbuchhaltung einen Jahresabschluss, der wiederum aus der Bilanz und der GuV (Gewinn- und Verlustrechnung) besteht. Hierbei gilt es nationale und internationale Standards sowie enge Fristen einzuhalten – ansonsten drohen mitunter hohe Strafen. Es gilt, nach außen hin Rechenschaft über die Geschäftstätigkeit des Unternehmens abzulegen: Die Bilanz ist daher öffentlich einsehbar und dient z.B. als Beurteilungsgrundlage für Investoren. Die Bilanz ist Teil des sogenannten externen Rechnungswesens. Bei großen und internationalen Unternehmen arbeiten in der Regel mehrere Mitarbeiter je Land im Verbund mit dem verwendeten ERP-System alleine im externen Rechnungswesen und damit an der Erstellung der Bilanzen. Bei kleinen und nationalen Unternehmen ist die Bilanzierung in der Regel Aufgabe eines Buchhalters mit hohem Aufwand im letzten Quartal des Geschäftsjahrs.

Internes Rechnungswesen: Intern über die Finanzen informieren

Wenn CEOs bzw. Entscheider in einem Unternehmen nur auf Basis der jährlichen Abschlüsse Entscheidungen treffen würden, käme so manches Unternehmen schnell in eine problematische Lage. Das ganze Jahr über, bestenfalls in Echtzeit, die informationelle Entscheidungsgrundlage für finanzielle Fragen bereitzustellen, das ist Aufgabe des internen Rechnungswesens. Dies schließt Bilanzierungen im laufenden Geschäftsjahr, z.B. je Quartal, mit ein. Auch im internen Rechnungswesen sind bei großen Unternehmen viele Mitarbeiter beschäftigt und es ist ein ERP-System beteiligt.

Steuer berechnen

Der Bilanzbuchhalter ist gewissermaßen auch der Steuerberater des Unternehmens – zumindest hinsichtlich der Bilanz. Um die Steuerpflichten zu berechnen, müssen der Bilanzbuchhaltung alle Sonderregelungen und Steuervorteile bekannt sein und sie müssen in den Berechnungen der Steuerpflichten des Unternehmens Anwendung finden. Daher muss ein Bilanzbuchhalter sowohl steuerliche als auch juristische Kenntnisse haben – und diese Jahr für Jahr aktualisieren.

Eine Bilanz erstellen

Die Bilanz untergliedert sich in eine Aktiv- und eine Passivseite bzw. in sogenannte Aktiva und Passiva. Erstere sind Vermögenswerte (z.B. Bargeld) und Forderungen. Passiva wiederum sind Kapitalwerte sowie Verbindlichkeiten (z.B. Unternehmensanteile). Wenn über das gesamte Geschäftsjahr hinweg alle Werte sorgfältig in der Software bzw. im ERP-System des Unternehmens erfasst wurden, ist die Bilanzierung am Ende meist auch sehr zuverlässig – sie muss allerdings dennoch überprüft werden: Zu jeder Bilanzierung gehört für den Jahresabschluss daher auch eine Inventur, dank welcher der Soll-Bestand der Aktiva mit dem Ist-Bestand verglichen wird.

Im Rahmen der Bilanzierung werden am sogenannten Bilanzstichtag neben der Abstimmung mit dem Inventurergebnis außerdem Rückstellungen gebildet, aktive und passive Rechnungsabgrenzungsposten bestimmt und die Konten der doppelten Buchhaltung geschlossen. Es wird deutlich, dass die Bilanzbuchhaltung besonders bei großen Unternehmen ein sehr komplexer Aufgabenbereich ist, der je nach Task weit in das Unternehmen hereinreicht (z.B. Inventur). Das Know-How der Bilanzierung ist hierbei nur eine Sache – es geht auch um Kenntnisse im Steuerrecht und im Datenschutz. Der Job als Bilanzbuchhalter ist entsprechend vielseitig und in verschiedenen Bereichen ausgeprägt.

Warum in der Bilanzbuchhaltung arbeiten?

Wer in der Bilanzbuchhaltung arbeitet, hat selbst dann noch einen Job, wenn das Unternehmen in den roten Zahlen steckt und Mitarbeiter entlassen muss. Der Grund: Unternehmen sind in Deutschland und auch in anderen Ländern ab einer gewissen Größe, einem bestimmten Umsatz oder Gewinn sowie je nach Rechtsform bilanzierungspflichtig – per Gesetz. Einen bereits erprobten und eingearbeiteten Bilanzbuchhalter entlässt das Unternehmen daher im schlimmsten Fall sogar zuletzt.

Ein Job in der Bilanzbuchhaltung bringt berufliche Sicherheit

Gerade in historischen Zeiten wie diesen, in denen zyklisch wiederkehrende Wirtschaftskrisen, Klimakrisen und geopolitische Konflikte sowie das anbrechende digitale Zeitalter immer schnelleren Wandel begleitet von Unsicherheit schaffen, zieht es viele Menschen in die berufliche Sicherheit. Vor diesem Hintergrund ist auch eine Umschulung zum Bilanzbuchhalter möglich – es muss also nicht immer der direkte Weg ab der Schule sein.

Bilanzbuchhaltung: Ein besonderer Einblick in das Unternehmen

Eine Tätigkeit in der Bilanzbuchhaltung bringt einen weiteren Vorteil mit sich: Spannende Einblicke in die finanziellen Ströme des Unternehmens, die so nur wenige andere Mitarbeiter haben. Gerade bei großen Unternehmen ist es in den ersten Wochen überaus interessant, an der Bilanzierung mitzuarbeiten oder diese letztlich selbst zu verantworten. Besonders wenn letzteres der Fall ist, geht mit der Veröffentlichung der Bilanz bzw. mit dem Jahresabschluss auch jedes Jahr das Gefühl großer Erleichterung mit ein bisschen Nervenkitzel einher.

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BilanzbuchhaltungArtikel-Thema: Bilanzbuchhaltung einfach erklärt
Beschreibung: Die 💰 Bilanzbuchhaltung ist ein eigener Aufgabenbereich der Buchhaltung für den ✅ Jahresabschluss samt der notwendigen Bilanzarbeiten wie Abgrenzung und Bewertung.

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