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Erfolgsneutrale Buchungen in der doppelten Buchführung

Buchungen verändern den Gewinn nicht

Sehr viele Geschäftsfälle verändern selbst mit noch so kleinen Beträgen den Gewinn des Unternehmens, zum Beispiel auch beim Kauf von leeren DVDs, von Kopierpapier oder ähnlich günstigen Waren. Es gibt aber alternativ dazu auch die sogenannten erfolgsneutralen Buchungen, bei denen eine Veränderung von Gewinn oder Verlust nicht erfolgt. Deshalb heißen sie auch erfolgsneutral und das ist nur möglich, weil ausschließlich in den Bestandskonten die Geschäftsfälle eingetragen werden. Daraus ergibt sich eine Systematik, die man auf vier Basissiutationen reduzieren kann.

Erfolgsneutral buchen I: der Aktivtausch

Dabei kommt es zu einem Austausch auf der Aktivseite, also sind zwei aktive Bestandskonten im Spiel. Diese Situation ist durchaus öfter anzutreffen und daher gibt es auch viele Beispiele. Eine Möglichkeit ist die Bankabhebung, die vereinfacht durch

Kassa an Bank 4.000,--

dargestellt werden kann. Die Kassa ist immer ein aktives Bestandskonto, die Bank ist in den Schulbeispielen meist auch ein aktives (kann aber in einer Kreditvariante auch passiv sein). Wird das Geld mehr, dann steht die Kassa im Soll, das Geld kommt von der Bank, also steht sie im Haben - ergo ist der Aktivtausch perfekt. Auf der Aktivseite hat sich der Gesamtbetrag in der Bilanz nicht verändert, es ist der Betrag nur ausgetauscht worden.

Ein anderes Beispiel wäre ein Kauf von Anlagegütern durch Barzahlung (Kassa) oder Banküberweisung (aktives Bankkonto).

Erfolgsneutral buchen II: der Passivtausch

Hier ist die Passivseite im Mittelpunkt, die Überlegung ist aber die gleiche. Zwei passive Bestandskonten tauschen die Beträge gegenseitig, wobei der Fall weit seltener gegeben ist. Er ist eigentlich vor allem in Schulbeispielen dann anzutreffen, wenn es einen Kredit von der Bank gibt und das Bankkonto als passives auf der Habenseite geführt wird. Dann könnte zum Beispiel der Ausgleich einer Lieferantenrechnung durch das passive Bankkonto erfolgen.

Lieferantenkonto an Bank 15.000,--

In dem Fall ist es auch nur ein Austausch innerhalb der Passivseite und verändert die Höhe dieser Passivseite in der Bilanz nicht.

Erfolgsneutral buchen III: die Aktiv-Passivverminderung

Viel häufiger als der Passivtausch kommt diese Form der erfolgsneutralen Buchung vor. Bei dieser Variante wird ein aktives und ein passives Konto gegenübergestellt und beide verlieren etwas an Wert. Der Klassiker ist dabei der Ausgleich einer Lieferantenrechnung durch Banküberweisung (aktives Bankkonto) oder auch durch ein PSK-Konto.

Lieferantenkonto an Bank 7.000,--

Die Schulden beim Lieferanten werden auf der Passivseite der Bilanz kleiner, ebenso das Guthaben auf dem Bankkonto - beide verlieren und daher Verminderung.

Erfolgsneutral buchen IV: die Aktiv-Passivvermehrung

Der letzte Fall dieser Buchungssystematik ist das Gegenteil zu Fall 3. Man kauft zum Beispiel ein Anlagengut und bezahlt nicht gleich, sondern geht einmal Schulden beim Lieferanten ein. Das Anlagevermögen auf der Aktivseite erhöht sich, gleichzeitig aber auch die Schulden beim Lieferanten.

Anlagevermögen an Lieferantenkonto 8.000,--

Fazit

Alle diese vier Möglichkeiten umfassen wichtige Geschäftsfälle, wobei Fall 3 und 4 sehr häufig anzutreffen ist, Fall 1 gelegentlich (bei Kassaführung öfter durch die Bankabhebungen), Fall 2 seltener. Sie sind allesamt erfolgsneutral, weil weder das Vermögen noch die Schulden sich in ihrer Höhe verändern.

Die Bilanzsumme wird aber verändert - und zwar bei den letzten beiden Fällen, wenn die Bilanzsumme geringer wird (Fall 3) oder sich erhöht (Fall 4).